In Italien hat der größte Prozess gegen die Mafia seit 30 Jahren angefangen. Ein Fall, den Polizei und Justiz selbst ins Rollen gebracht haben. Andere Fälle sind schon mal von Journalistinnen und Journalisten aufgerollt worden. Wichtig sind sie aber weniger für eigene Recherchen als dafür, die Fälle bekannt zu machen, hat mir ARD-Rom-Korrespondenten Jörg Seisselberg gestern in @mediasres (Dlf-Audiothek) erzählt.
Debatte um Rundfunkreformen: Saarland lehnt Fusion von SR mit SWR ab
Nach dem vorläufigen Aus für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags müssen die Öffentlich-Rechtlichen sparen. Der SWR hat deshalb eine Art von Fusion mit dem Saarländischen Rundfunk (SR) ins Spiel gebracht. Der SR selbst lehnt das ab – und auch die Landesregierung betont die Eigenständigkeit des Senders.
Er finde den Zeitpunkt für das Gniffke-Interview „unglücklich“, sagte der für Medienfragen zuständige Staatssekretär Henrik Eitel mir im Interview im Deutschlandfunk. Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Rundfunkbeitrag erwecke der SWR-Intendant den Eindruck, „als gäbe es noch Unmengen an Potential zu bergen, das noch nicht gehoben ist“.
SWR-Intendant @KaiGniffke hat bei @DWDL mehr gemeinsame Strukturen mit dem SR angeregt. Henrik Eitel von der @Stk_Saarland weist die Überlegungen bei uns zurück. Eine Fusion würde die Programmvielfalt beschränken, warnt er. https://t.co/lYx1PTvPFP
— DLFMedien (@DLFmedien) January 13, 2021
Michael Borgers hat die Debatte um eine Fusion hier zusammengefasst.
Covid19-Impfung: Zu Risiken und Nebenwirkungen von Berichterstattung
Zu wenig Impfstoff, kaum Impftermine, Organisationschaos. Und vertraut Merkel eigentlich Spahn immer noch?
Die Medien scheinen es sich gerade in einer Dauerprotestschleife gegen die Impfpolitik der Bundesregierung einzurichten. Unsere Hörerin Hildegunde Krawinkel kritisiert, dass Gesundheitsminister Spahn in der Presse zurzeit nur als Buhmann dasteht. Andere finden, dass Journalisten der Politik zu sehr nach dem Munde reden. Es scheint, als könne die Politik zurzeit nichts richtig machen, die Medien aber irgendwie auch nicht. Mitten in der Corona-Krise tun sich neue Fronten auf.
Risiken und Nebenwirkungen der Berichterstattung über die #Covid19-Impfung waren Thema bei #NachRedaktionsschluss. Medien stellt das aktuell vor ein Dilemma, beobachtet Medienjournalist @stfries: Einerseits über Erreichtes berichten – und andererseits kritisch zu bleiben. pic.twitter.com/5iTOAKHtN0
— DLFMedien (@DLFmedien) January 13, 2021
Darüber diskutieren in unserem Podcast „Nach Redaktionsschluss“ die Hörerin Hildegunde Krawinkel, die Medienjournalistin Bettina Schmieding und ich – zu hören u.a. hier in der Dlf-Audiothek.
Die manipulierte Umfrage der „Siegener Zeitung“
Dass viele Medien ständig manipulierbare Umfragen veröffentlichen, ist nichts Neues. Ich hab hier gelegentlich drauf hingewiesen, einer dieser Fälle ist auch schon mal vor den Presserat gegangen und erstaunlich glimpflich ausgegangen. Die Bayerische Staatszeitung hat zum Beispiel mal 320 Online-Umfragen gelöscht, nachdem bekannt wurde, dass sie manipuliert wurden. Mehr zu Umfragen hier.
Boris Rosenkranz hat sich jetzt für Übermedien.de noch so eine manipulierte Umfrage vorgenommen, diesmal von der Siegener Zeitung.
Warum ein US-Präsident nicht „durchregieren“ kann
Bei der Stichwahl in #Georgia entscheide sich auch, ob der gewählte US-Präsident Joe Biden später "durchregieren" könne, heißt es in einigen Medien. Der Begriff ist unpassend, denn er unterschlägt die mächtige Rolle der Abgeordneten, meint @stfries. https://t.co/SlxNblxjPL
— DLFMedien (@DLFmedien) January 6, 2021
Bei der Stichwahl in Georgia entscheide sich auch, ob der gewählte US-Präsident Joe Biden später „durchregieren“ könne, heißt es in einigen Medien. Der Begriff ist unpassend, denn er unterschlägt die mächtige Rolle der Abgeordneten, habe ich für unsere Sprachrubrik „Sagen und Meinen“ im Deutschlandfunk notiert.
50 Jahre Neujahrsansprache aus dem Kanzleramt: Machtworte aus der Glotze
Es ist neben „Dinner for One“ das jährliche Ritual, wenn sich Kanzler oder Kanzlerin am Silvesterabend an die Nation wenden. In diesem Jahr wird die Neujahrsansprache aus dem Kanzleramt 50 Jahre alt. Die Reden sind meist feierlich getragen, nur eine Person bringt gelegentlich Witz hinein.
Mein Beitrag in @mediasres im Deutschlandfunk.
Es ist neben „Dinner for One“ das jährliche Ritual, wenn sich Kanzler oder Kanzlerin am Silvesterabend an die Nation wenden. Morgen wird die #Neujahrsansprache aus dem Kanzleramt 50 Jahre alt. https://t.co/l8vZyjrZ3p
— DLFMedien (@DLFmedien) December 30, 2020
Rückblick auf das Medienjahr 2020
Es begann mit der Umweltsau beim @WDR. Es endete mit der Debatte um den #Rundfunkbeitrag. @BaetzFm @stfries und Kolumnist Matthias Dell reden über das Medienjahr 2020. https://t.co/36GUQxvPWk
— DLFMedien (@DLFmedien) December 28, 2020
Auch für Medien war 2020 ein schwieriges Jahr. Ihnen wurde eine kritikarme Berichterstattung über die Anti-Corona-Maßnahmen vorgeworfen. Zeitungen litten unter dem Einbruch von Werbeeinnahmen. Reporter wurden von Demonstranten angegriffen und von der Polizei nicht immer geschützt.
In @mediasres im Deutschlandfunk haben Brigitte Baetz, Matthias Dell und ich heute diskutiert, was vom Medienjahr bleibt.
Schöne Dialektik auf sueddeutsche.de

Quelle: sueddeutsche.de vom 22. Dezember 2020
Wörter des Jahres 2020
Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat den Begriff „Corona-Pandemie“ als Wort des Jahres gekürt. Das ist erstaunlich langweilig, aber nur folgerichtig, schließlich hat zumindest das Phänomen auch sprachlich das Jahr geprägt – ob als Pandemie oder Corona-Krise oder sonstwie bezeichnet. Mindestens Corona jedenfalls wäre das Wort des Jahres geworden.
Die Jury begründet das unter anderem so:
Wirtschaft und Kultur und auch das private Leben wurden und werden durch Corona tiefgreifend beeinträchtigt. Als Wort des Jahres steht Corona-Pandemie nicht nur für die nach Einschätzung der Bundeskanzlerin ebenso wie vieler Fachleute schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg, sondern sprachlich auch für eine Vielzahl neuer Wortbildungen (Coronavirus, -krise, -zahlen, -jahr, Corona-Demo, -Hotspot, -Warn-App, coronabedingt, -geplagt …).
Die Hitliste umfasst insgesamt zehn Begriffe:
- Corona-Pandemie
- Lockdown
- Verschwörungserzählung
- Black Lives Matter
- AHA
- systemrelevant
- Triage
- Geisterspiele
- Gendersternchen
- Bleiben Sie gesund!
Mit zweien davon habe ich mich in diesem Jahr für die Deutschlandfunk-Sprachkritik „Sagen und Meinen“ auseinandergesetzt – mit „Lockdown“ sogar zweimal (einmal im April und einmal im November, nachdem sich seine Bedeutung gewandelt hatte) und „Verschwörungserzählung“.
Besonders interessant finde ich, wie sich der Begriff „Verschwörungserzählung“ in diesem Jahr zumindest im medialen Sprachgebrauch gegenüber „Verschwörungstheorie“ offenbar weitgehend durchgesetzt hat – so weit, dass hier nicht der möglicherweise umgangssprachlich noch gängigere Begriff genannt wird.
Warum bestimmte Kritik an den #Corona-Maßnahmen besser #Verschwörungserzählungen – Platz drei der GfdS-Liste – und nicht Verschwörungstheorie heißen sollte, erklärte @stfries im Mai so: https://t.co/3XanLxGvxs
— DLFMedien (@DLFmedien) December 1, 2020
Nach Redaktionsschluss
Ein visueller Hinweis auf unseren Medienpodcast „Nach Redaktionsschluss“.
Der neue Podcast “Nach Redaktionsschluss” macht da weiter, wo die Berichterstattung endet. Gemeinsam mit Zuhörer*innen und Gästen reden wir über Medien, Journalismus, Sie und uns.
— Deutschlandfunk (@DLF) November 19, 2020