Mitjubeln oder aufdecken: Welchen Sportjournalismus wollen wir?

Im Profi-Sport geht es um spannende Wettkämpfe, viele Tore und neue Weltrekorde. Aber es geht eben auch ums Geld – und manchmal auch um Dinge, die ethisch fragwürdig oder sogar illegal sind. Unser Hörer Luis Gottwald wünscht sich, dass sich Medien mit diesen Hinter- und Abgründen des Sports noch deutlich mehr als bisher beschäftigen. Seiner Meinung nach sollte es solche Berichte außerdem nicht in der späten Nacht geben, sondern angedockt an die millionenfach geschauten Live-Übertragungen.

Was von dieser und weiteren Ideen zu halten ist, diskutiert Luis Gottwald mit ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann, DLF-Sportredakteurin Marina Schweizer und @mediasres-Redaktionsmitglied Christoph Sterz. Die Produktion hab ich übernommen.

„Wie läuft bei euch Ausgewogenheit?“ – Was ein Hörer von der Deutschlandfunk-Presseschau erwartet

Sechsmal täglich kann man im Deutschlandfunk Kommentare aus Tageszeitungen hören – nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. Unser Hörer Rainer Grund, der sich als Deutschlandfunk-Stammhörer und „News Junkie“ bezeichnet, fragt sich, nach welchen Kriterien die Ausschnitte aus Kommentaren ausgewählt werden.

Wie stellt die Redaktion ein politisches Gleichgewicht her, wie bildet sie ostdeutsche und westdeutsche Zeitungen ab, wie sorgt sie für Meinungsvielfalt? Und wie ist das überhaupt mit Zeitungen in Diktaturen: „Bei chinesischem Staatsjournalismus kriege ich einen dicken Hals“, sagt Rainer Grund. Sollte der Deutschlandfunk dazusagen, wenn er in seiner Presseschau aus einem Staatsmedium zitiert, oder wenn die SPD an der erwähnten Zeitung beteiligt ist? Und warum gibt es eigentlich nur Kommentare aus der sterbenden Mediengattung Zeitung anstatt aus dem Internet?

Fragen, über die ich mit Rainer Grund und Dlf-Nachrichtenredakteurin Milena Reimann für unseren Podcast „Nach Redaktionsschluss“ diskutiert habe.

Serientäter: Warum gibt es im Fernsehen so viele Krimis?

Als Bürger verabscheuen wir Verbrechen, aber als Fernsehzuschauer lieben wir sie – das zeigen die Quoten. Deutschlandfunk-Hörer Otto Elsland kann das nicht verstehen. Er habe im Moment genug Krimi im Alltag, sagt er, er will im Fernsehen auch mal was anderes sehen – zumal er befürchtet, die Gewaltexzesse verrohten die Gesellschaft.

Matthias Pfeifer, der im ZDF („fast ein Krimisender“) als Abteilungsleiter für Krimis mitverantwortlich ist, kennt solche Beschwerden, man rede im Sender oft darüber. Er findet aber, Krimis könnten ein „trojanisches Pferd“ sein, um über sie ganz andere Themen ans Publikum zu bringen, die anhand eines Verbrechens erzählt werden.

Auch die erfolgeiche Drehbuchautorin Dorothee Schön („Charité“, 17 Folgen „Tatort“) schätzt die Möglichkeit, per Krimi jedes andere Thema zu behandeln und in jede Gesellschaftsschicht zu schauen.

Ich hab mit allen drei in unserem Podcast „Nach Redaktionsschluss“ im Deutschlandfunk disktuiert.

„Politische Schieflage“ – Wo sind die konservativen Stimmen in ARD und ZDF?

Die öffentlich-rechtlichen Sender bilden nicht alle politischen Positionen gleichmäßig ab, beklagt unser Hörer Uwe Werner. Dem AfD-Mitglied fehlen vor allem konservative Stimmen – sowohl in Berichten als auch in Kommentaren. Und er findet auch, dass Journalistinnen und Journalisten an die politischen Lager nicht gleichermaßen kritisch herangehen und zu oft mit zweierlei Maß messen. Uwe Werner wünscht sich mehr Debatte, mehr konservative Positionen – aber alles in sachlichem Ton.

Mit ihm und mit Tagesschau-Chefredakteur Marcus Bornheim habe ich im Dlf-Medienpodcast „Nach Redaktionsschluss“ diskutiert.

Diese Sendung gibt es in einer langen Fassung als Original-Podcast in unserer DLF Audiothek App, hier und in den gängigen Podcast-Apps.

Privilegierte Quelle? – Über das schwierige Verhältnis zwischen Polizei und Presse

Schreiben Journalisten zu oft aus Pressemitteilungen der Polizei ab? Marcel Brakhane meint: ja. Das, was er bei Fußballspielen oder Demos selbst miterlebe, habe oft nichts mit dem zu tun, was er anschließend darüber lese, sagt der Deutschlandfunk-Hörer.

Die Polizei sei eine privilegierte Quelle, der Reporterinnen und Reporter vertrauen dürfen sollten, wendet Olaf Sundermeyer ein, der als Journalist für die ARD von Demos mit Rechtsextremisten berichtet. Trotzdem: Die Kolleginnen und Kollegen müssten viel mehr rausgehen, anstatt nur bei der Polizei abzuschreiben, findet er. Fest steht:

Es gibt Kritik. Galt die Polizei früher als neutrale Instanz, ist sie heute oft selbst Berichterstatter in eigener Sache bei Facebook und Twitter. Wo sie auch mal Falschmeldungen verbreitet. Das bringt das Verhältnis zwischen Polizei und Presse in eine Schieflage.

Darüber habe ich im DLF-Medienpodcast „Nach Redaktionsschluss“ mit Hörer Marcel Brakhane und Investigativjournalist Olaf Sundermeyer diskutiert.

Diese Sendung gibt es in einer langen Fassung als Original-Podcast in der Audiothek-App; hier kann man den Podcast abonnieren.

Covid19-Impfung: Zu Risiken und Nebenwirkungen von Berichterstattung

Zu wenig Impfstoff, kaum Impftermine, Organisationschaos. Und vertraut Merkel eigentlich Spahn immer noch?

Die Medien scheinen es sich gerade in einer Dauerprotestschleife gegen die Impfpolitik der Bundesregierung einzurichten. Unsere Hörerin Hildegunde Krawinkel kritisiert, dass Gesundheitsminister Spahn in der Presse zurzeit nur als Buhmann dasteht. Andere finden, dass Journalisten der Politik zu sehr nach dem Munde reden. Es scheint, als könne die Politik zurzeit nichts richtig machen, die Medien aber irgendwie auch nicht. Mitten in der Corona-Krise tun sich neue Fronten auf.

Darüber diskutieren in unserem Podcast „Nach Redaktionsschluss“ die Hörerin Hildegunde Krawinkel, die Medienjournalistin Bettina Schmieding und ich – zu hören u.a. hier in der Dlf-Audiothek.

Wie Medien in die Rassismus-Falle tappen

Die Kolonialzeit ist längst vorbei. Aber Bilder und Stereotypen aus dieser Epoche tauchen immer noch in den Medien auf. Sie finden sich im mitleidigen Unterton, wenn es um Schwarze geht oder in der Stigmatisierung von Menschen mit Migrationshintergrund als kriminelle Bedrohung.

Wie kann es Journalistinnen und Journalisten gelingen, nicht in die Rassismus-Falle zu tappen? Wo beginnt Rassismus in der Sprache? Wäre es sinnvoll, die Nationalität von Tatverdächtigen weitestgehend aus der Berichterstattung herauszulassen? Und warum sind die Redaktionen immer noch wenig divers aufgestellt, obwohl in Deutschland mehr als jeder vierte Mensch einen Migrationshintergrund hat?

Darüber diskutiert unsere Hörerin Zühriye Beyazıt mit dem Journalisten und Podcaster Malcolm Ohanwe und Christoph Sterz aus der DLF-Medienredaktion. Für die Produktion war ich verantwortlich.

Haben Sie Anmerkungen zu Medienthemen? Schreiben Sie uns an NachRedaktionsschluss@deutschlandfunk.de. Bisherige Folgen unseres Podcasts finden Sie hier und bei allen gängigen Podcatchern.

Medien als Helfershelfer von Terroristen?

Terroranschläge – wie der in Wien oder die in Frankreich – sind nicht nur eine Herausforderung für die Gesellschaft, sondern auch für Medien. Terroristen geht es darum, durch ihre Taten Angst und Schrecken zu erzeugen – dazu brauchen sie Medien. Und bringen sie damit in eine schwierige Lage:

Wie können sie berichten, ohne selbst Angst und Schrecken zu erzeugen? Wie vermeiden sie, laufende Polizeieinsätze zu behindern? Welche Bilder der Taten können sie zeigen? Wie verhindern sie es, dass Täter glorifiziert oder Opfer noch mal zu Opfern werden?

Über diese Fragen denkt unser Hörer Thorsten Wagner nach und spricht im Podcast mit Wulf Schmiese, Redaktionsleiter vom „ZDF heute journal“ und mir.

Zu hören zum Beispiel in der Dlf-Audiothek, bei Apple Podcasts (gerne dort eine Bewertung hinterlassen!), Spotify und anderen Podcatchern – verlinkt auch hier.

Haben sie Anmerkungen zu Medienthemen? Schreiben Sie uns an NachRedaktionsschluss@deutschlandfunk.de.

Corona-Berichterstattung: Folgen die Medien der Regierung?

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland und weltweit steigt massiv an, Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von einer Jahrhundertherausforderung. Kaum eine Nachrichtensendung, die zurzeit nicht mit den neuen Zahlen aus dem RKI aufmacht, auf den Titelseiten der Tageszeitungen gibt es wenig andere Themen. Gleichzeitig erklären Bestsellerautoren, wie der umstrittene Mikrobiologe Sucharit Bhakdi, die Epidemie für beendet.

Und wie schon zu Beginn der Pandemie beklagen sich Mediennutzerinnen und –nutzer über die Berichterstattung. Von Staatsräson ist die Rede, vom Postulat der Alternativlosigkeit. Dlf-Hörer Jochen Kramp ist der Meinung, dass viel zu wenig über die Kollateralschäden, die bedrohten Existenzen und den weltweiten Hunger, ausgelöst durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus, berichtet wird.

Im Medienpodcast „Nach Redaktionsschluss“ diskutiert Jochen Kramp mit Ranga Yogeshwar, Physiker und Wissenschaftsjournalist und der Dlf-Redakteurin Bettina Schmieding, @mediasres. Für die Produktion war ich verantwortlich.

Die aktuelle Folge gibt es in der Dlf-Audiothek zu hören. Den Podcast abonnieren kann man in allen gängigen Podcatchern, zu finden auch hier.