Da sind ja die „Terroristinnen und Terroristen“

Im Juli haben wir in einer Episode des @mediasres-Sprachchecks „Sagen und Meinen“ darauf hingewiesen, dass geschlechtergerechte Sprache sich zwar immer mehr durchsetzt, aber nicht ganz konsequent genutzt wird.

Bei eher negativ besetzten Begriffen wie „Straftäter“ und „Terroristen“ bleiben Medien oft bei der rein männlichen Form und vernachlässigen die weibliche – auch, wenn man über eine unbestimmte Gruppe spricht, also gar nicht weiß, ob Männer und/oder Frauen dabei sind.

Hin und wieder berücksichtigen Medien oder das aber mittlerweile (wahrscheinlich ohne dass sie von unserer Episode wüssten). So schreibt etwa Watson die Doppelform:

Die Ziele von Bundesrat und Parlament mögen zwar gut gemeint sein. Die Geheimnistuerei bei Ermittlungen gegen Terroristinnen und Terroristen erscheint verständlich. Das neue Anti-Terror-Gesetz wurde aber während seiner Entstehung von Menschenrechts-Organisationen und gar Uno-Expertinnen und -Experten kritisiert.

Auch Gala nutzte die Doppelform jüngst:

1998 wechselte Kamala Harris zur Staatsanwaltschaft San Francisco, 2003 wurde sie zur Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und 2010 zur ersten Schwarzen Generalstaatsanwältin Kaliforniens gewählt. In ihrer Position setzte sie sich für striktere Waffengesetze und die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen ein, gegen Straftäterinnen und Straftäter ging sie außergewöhnlich hart vor. Trotzdem initiierte sie ein Resozialisierungsprogramm und sprach sich gegen die Todesstrafe aus.

Klima und Journalismus: Tragen Medien eine Mitschuld an der drohenden Katastrophe?

Die Nachrichten über die Schäden, die die Klimaveränderungen heute schon anrichten, sind dramatisch. Allerdings schaffen es die wenigsten dieser Nachrichten auf die Titelseiten der Tageszeitungen oder finden sich in den Schlagzeilen der elektronischen Medien wieder.

Versagt hier der Journalismus mit seiner Informationspflicht? Und trägt der Journalismus eine Mitverantwortung, wenn die Politik nicht handelt? Ist unser Mediensystem überfordert, wenn es um solch komplexe Entwicklungen geht?

Wie kritisch die Situation wirklich ist, erführe sie zu selten aus den Medien, kritisiert unsere Hörerin Katrin Blankenhagen und diskutiert darüber mit Georg Ehring aus der DLF-Redaktion Umwelt und Verbraucher und Brigitte Baetz von @mediasres – in unserem neuen Podcast „Nach Redaktionsschluss“. Für Montage und Produktion war ich verantwortlich.

Abonnieren kann man den Podcast hier, die neue Folge anhören auch in der Dlf-Audiothek.

Mediale Wiedervereinigung? Ostdeutschland in der Berichterstattung

Auch in Medien wird 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch oft zwischen „Ost“ und „West“ unterschieden. Das prägt unseren Blick und regt einige auf – auch eine Hörerin, mit der Sören Brinkmann aus dem @mediasres-Team und Dlf-Thüringen-Korrespondent Henry Bernhard in der neuen Ausgabe unseres Original-Podcasts „Nach Redaktionsschluss“ reden. Gerade erschienen – zu abonnieren beim Deutschlandfunk und in allen gängigen Podcatchern wie Apple Podcasts und Spotify. Die aktuelle Folge kann man auch direkt hier in der Dlf-Audiothek hören.

Gendersternchen: Wollen die Medien die Gesellschaft umerziehen?

Wenn Journalist*innen dieses Sternchen nutzen, dann, um alle Geschlechter anzusprechen. Andere halten das für den Versuch, Nutzer zu geschlechtergerechter Sprache zu verdonnern. Ein Vorwurf unseres Hörers Wolfgang Ziegler, über den wir mit ihm im Podcast sprechen. Brigitte Baetz und Mirjam Kid haben dazu außerdem die Sprachwissenschaftlerin Gabriele Diewald eingeladen.

Die zweite Folge unseres neuen Medienpodcasts „Nach Redaktionsschluss“ durfte ich als Produzent verantworten. Abonnieren kann man den Podcast hier. Die aktuelle Folge gibt es hier in der Audiothek.

@mediasres startet neuen Medienpodcast

Fünfmal die Woche machen wir in @mediasres im Deutschlandfunk nun schon seit mehr als dreieinhalb Jahren eine tägliche Mediensendung. Viele Themen sind von langer Hand vorbereitet, weil sie hintergründig sind oder ohnehin aufwendiger zu recherchieren und produzieren. Aber vieles entsteht auch erst am Tag selbst.

Jeden Vormittag sitzen wir zusammen und diskutieren über Themen, die es wert sind, am Nachmittag und online besprochen zu werden. Diese entwickeln wir dann in Rollenverteilung: Der oder die Moderator*in bereitet sich auf Interviews vor, die Tagesredaktion recherchiert Inhalte, Autor*innen und Gesprächspartner*innen zu unseren Themen. Oft sprechen wir auch zwischendurch noch mal über die Themen, wenn es neue Erkenntnisse oder Perspektiven gibt. Dabei sind wir uns oft uneinig und müssen einen gemeinsamen Nenner finden.

Nachdem wir alle die Sendung teils produziert, teils als externe Zuhörer angehört haben, kommen wir zu einer Feedbackrunde nochmal zusammen. Und oft entstehen dann noch mal ganz neue Gespräche über ein oder mehrere Themen. Uns sind dann neue Gedanken gekommen, vor allem wenn Gesprächspartner*innen neue Aspekte aufgeworfen haben, die es auch wert sind, vertieft zu werden. Oder es ist Post von unserern Hörer*innen, die uns auf Dinge stoßen, die wir bisher nicht auf dem Schirm hatten.

Wir diskutieren also oft noch weiter, wenn unsere Radiosendung längst gelaufen ist. Und daraus haben wir jetzt mehr oder weniger einen Podcast gemacht, der am 4. September gestartet ist. Er heißt „Nach Redaktionsschluss“.

Der Podcast soll Zeit und Raum für diese Diskussionen geben. Aber wir wollen nicht allein und unter uns Journalistinnen und Journalisten diskutieren, sondern vor allem Fragen und Themen unserer Hörer*innen besprechen.

Schicken Sie uns gerne schon jetzt Ihre Fragen, Ihre Themen zum Thema Medien und Journalismus per Mail an: NachRedaktionsschluss@deutschlandfunk.de. Wir werden jede Woche ein Thema auswählen, Hörerinnen und Hörer sowie Journalistinnen und Journalisten einladen – sowohl aus dem Deutschlandradio als auch aus anderen Medien. Wir freuen uns auf die Diskussionen!

Alle Infos dazu gibt es hier. Dort lässt sich der Podcast abonnieren und einzelne Folgen anhören. Wir freuen uns auf Fragen und Diskussionen.

Jeden Freitag erscheint eine neue Folge. In einer gekürzten Fassung läuft diese auch um 15.35 Uhr im Deutschlandfunk.

Nach angekündigtem Rückzug: Roland Tichys Problem ist nicht die Erhard-Stiftung

Roland Tichy will den Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung abgeben. Der Publizist war in die Kritik geraten, weil einer seiner Autoren in seinem Magazin „Tichys Einblick“ eine Politikerin beleidigt hatte. Das Problem ist aber nicht die Stiftung, sondern Tichys Arbeit als Journalist, habe ich im Deutschlandfunk kommentiert.

Sportmuffel, Morgenmuffel, Maskenmuffel

An vielen Orten – etwa im öffentlichen Nahverkehr oder in Geschäften – müssen während der Corona-Pandemie Masken getragen werden. Manche Menschen widersetzen sich dieser Pflicht. Der Begriff Maskenmuffel passt für sie aber nicht, hab ich für den @mediasres-Sprachcheck aufgeschrieben.

Über unrechtmäßige Polizeigewalt reden – aber präzise

Der Begriff „Polizeigewalt“ wird meist im Zusammenhang mit unrechtmäßiger Gewalt verwendet – ist aber nicht ganz zutreffend. Denn Polizistinnen und Polizisten dürfen laut Gesetz Gewalt anwenden – in bestimmten Situationen und auf bestimmte Art und Weise. Heute in „Sagen und Meinen“ im Deutschlandfunk.

„Wir können nicht an jeder Stelle überall sein“

Seit Beginn der Demonstrationen gegen die Corona-Regeln werden Journalisten vermehrt angefeindet und bedrängt. Vertreter der Polizei betonen immer wieder den Wert der Pressefreiheit. Aber tun sie auch genug, um dieses Grundrecht zu schützen?

Gegen die Berliner Polizei hat die Gewerkschaft DJU dazu in der vergangenen Woche Vorwürfe erhoben. Die Pressefreiheit sei während den Anti-Corona-Demos nicht gewährleistet gewesen. Dazu habe ich im Deutschlandfunk den Pressesprecher der Berliner Polizei, Thilo Cablitz, befragt.

Wer ist wirklich „sozial schwach“?

Menschen, die wenig Geld haben, werden in den Medien immer wieder als „sozial schwach“ bezeichnet. Dabei ist eine soziale Schwäche etwas völlig anderes. Deshalb wäre es deutlich sinnvoller, auf andere Begriffe zurückzugreifen. Eine neue Episode für den Sprach-Check „Sagen und Meinen“ in @mediasres im Deutschlandfunk.