Erschlagen von der Bilderflut: Zwischen zeigen, was ist, und Voyeurismus

Es gibt Bilder, die bleiben im Kopf: das schreiende Mädchen im Vietnamkrieg, das überschwemmte Ahrtal oder der Terrorangriff im Pariser Bataclan. Viel zu viele grausame Bilder findet Deutschlandfunk-Hörer Erwin Berkemeier. Er fühlt sich von der Bilderflut in den Medien häufig erschlagen und fragt sich, wie viele Informationen sie dem Publikum überhaupt liefern kann.

Seiner Meinung nach überwiegen in den Medien gewaltsame, voyeuristische Bilder und die immer wieder gleichen, öden Symbolfotos. Wie wählen Redaktionen ihr Bildmaterial aus und wann kommen sie an ihre Grenzen? Wo hört Informationspflicht auf und wo beginnt Voyeurismus?

Über die Macht der Bilder diskutiert Erwin Berkemeier mit Jutta Schein von der Wochenzeitung „Die Zeit“, dem Chefredakteur von ARD-Aktuell Marcus Bornheim und Anh Tran aus der DLF-Medienredaktion. Ich war als Producer für Aufnahme und Schnitt verantwortlich.

Hier findet man alle Abomöglichkeiten.

Wahlkampf als politisches Pferderennen

Sieger, Verlierer, Vorsprünge und Aufholjagden – die umfragengetriebene Berichterstattung in diesem Wahlkampf weckt bei manchen Beobachtern Assoziationen mit einem Pferderennen. Politische Journalisten klingen mitunter wie Sportreporter. Inhalte kämen dabei aber zu kurz. Die Sendung für den Deutschlandfunk-Hintergrund von Michael Borgers und mir.

Afghanistan: Berichten, ohne vor Ort zu sein

Reportagen aus Afghanistan sind kaum noch möglich – und dennoch bekommen wir täglich neue Fotos und Videos aus dem Land. Wer macht diese Bilder und wie sind sie zu bewerten? ARD-Korrespondentin Sibylle Licht hat mir im Dlf erklärt, wie sie aus Neu Delhi über Afghanistan berichtet.

Alarm auf dem Sender – Wie der Rundfunk mit Katastrophenmeldungen umgeht

Die Wassermassen sind in den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen abgeflossen. Jetzt wird aufgeräumt und viel diskutiert – zum Beispiel, ob die offiziellen Stellen, aber auch die Medien zu spät, zu unpräzise und in der Dramatik nicht ausreichend informiert haben. Offenbar hat die Alarmierung der Bevölkerung nicht richtig funktioniert, als die Überschwemmungen etliche Ortschaften zerstört haben. Vorhandene Sirenen haben nicht geheult, es wurden keine sms oder Push-Nachrichten auf die Handys verschickt und Radioprogramme wurden in der Flutnacht nicht für die aktuelle Berichterstattung geöffnet.

Wir sprechen in unserem Podcast „Nach Redaktionsschluss“ darüber, wie Informationen über Notlagen oder Naturkatastrophen besser weitergegeben werden können und welche Rolle die Medien dabei spielen.

Ich habe darüber mit Deutschlandfunk-Hörer Markus Dembowski, NRW-Korrespondentin Felicitas Boeselager und Kollege Sören Brinkmann aus der @mediasres-Redaktion gesprochen.

So funktioniert die Warnkette bei Überschwemmungen

Wurden die Menschen vor den Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ausreichend früh und deutlich gewarnt? In der Warnkette zwischen Behörden, Medien und Bevölkerung scheint es Lücken und Optimierungsbedarf zu gegeben. Darüber habe ich in den „Informationen am Morgen“ (Audiolink) berichtet.

Am Nachmittag habe ich darüber noch mal ausführlicher in @mediasres gesprochen und zusammen mit Mirjam Kid und Maximilian Rieger die Bericherstattung analysiert.

Mike Herbstreuth hat das Wichtigste dort auch in einem Artikel zusammengefasst.

Im Podcast „Der Tag“ habe ich dann auch noch mal drüber gesprochen. Und am Abend hab ich den Umgang der Medien mit Katastrophenmeldungen kommentiert (Audio-Link).

Maaßen und der Gesinnungstest – Warum Medienkontrolle staatsfern ist

Verlogen, unausgewogen, linksgrünrot – der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen lässt kein gutes Haar am öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und Deutschlandfunk-Hörerin Eva-Maria Wittke pflichtet ihm bei: Kritiklos, einseitig, manipulativ findet sie die Berichterstattung. Für CDU-Kandidat Maaßen ist das ein Wahlkampfthema, für Eva-Maria Wittke scheint das eine Herzensangelegenheit zu sein.

Wir haben sie eingeladen, um mit ihr über ihre Vorstellung von gutem Journalismus zu diskutieren. Über Maaßens Gesinnungstest, seine Idee, Berichterstattung mit Geldstrafen zu belegen und über das Grundprinzip der Staatsferne, die in der Bundesrepublik in Bezug auf die Medien Verfassungsrang hat. Mit Eva-Maria Wittke habe ich mit dem Kollegen und Historiker Matthias von Hellfeld und Bettina Schmieding aus der Deutschlandfunk-Medienredaktion diskutiert.

Schluss mit UKW – aber wann?

Seit Jahren planen Medienpolitik und Sender den Umstieg von UKW auf Digitalradio. Auf ein Abschaltdatum für die alte Technologie konnten sie sich bis jetzt nicht einigen – doch den Öffentlich-Rechtlichen läuft die Zeit davon.

Für unsere DAB+-Reihe hat sich meine Kollegin Annika Schneider die Diskussion über ein Abschaltdatum für UKW angesehen – und herausgefunden, wie der jahrelang Streit befriedet wurde.

Mitjubeln oder aufdecken: Welchen Sportjournalismus wollen wir?

Im Profi-Sport geht es um spannende Wettkämpfe, viele Tore und neue Weltrekorde. Aber es geht eben auch ums Geld – und manchmal auch um Dinge, die ethisch fragwürdig oder sogar illegal sind. Unser Hörer Luis Gottwald wünscht sich, dass sich Medien mit diesen Hinter- und Abgründen des Sports noch deutlich mehr als bisher beschäftigen. Seiner Meinung nach sollte es solche Berichte außerdem nicht in der späten Nacht geben, sondern angedockt an die millionenfach geschauten Live-Übertragungen.

Was von dieser und weiteren Ideen zu halten ist, diskutiert Luis Gottwald mit ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann, DLF-Sportredakteurin Marina Schweizer und @mediasres-Redaktionsmitglied Christoph Sterz. Die Produktion hab ich übernommen.

Die Pressekonferenz als Bühne (12): Mit vielen Worten wenig sagen

Man kann mit vielen Worten wenig sagen. Den Beweis dafür haben Regierungssprecher Georg Streiter und Sprecherinnen und Sprecher der Ministerien am 3. Januar 2014 in der Regierungspressekonferenz angetreten. Inoffiziell war gerade bekannt geworden, dass Ronald Pofalla in den Vorstand der Deutschen Bahn wechseln sollte – kurz nach seiner gerade beendeten Amtszeit als Kanzleramtsminister.

Hier ein paar Varianten:

Georg Streiter, Regierungssprecher: „Die Bahn hat gestern erklärt: Zu Personalspekulationen aller Art nehmen wir keine Stellung. Herr Pofalla hat gar nichts erklärt, und ich spreche hier für die Bundesregierung, und da Herr Pofalla der Bundesregierung nicht mehr angehört, hab ich auch hier nichts zu erklären.“

Marco Semmelmann, Sprecher Bundesfinanzministerium: „Ich hab den Äußerungen von Herrn Streiter nichts hinzuzufügen.“

Julia Modes, Sprecherin Bundeswirtschaftsministerium: „Das Gleich muss ich fürs Bundeswirtschaftsministerium sagen.“

Ingo Strater, Sprecher Bundesverkehrsministerium: „Das, was Sie als Personalie bezeichnen, ist im Moment eine Personalspekulation, und dazu äußern sich… müssen sich äußern Herr Pofalla oder die Deutsche Bahn AG.“

Frage: „Ist der Übergang des Kanzleramtsministers in die Lobbyabteilung der Bahn aus Ihrer Sicht, aus Sicht der Bundesregierung ein angemessener Übergang?“

Streiter: „Also, ich würde jetzt mal spontan dazu sagen: Dieser Koalitionsvertrag bezieht sich auf die Arbeit dieser Bundesregierung, und Herr Pofalla gehörte der letzten Bundesregierung an, gehört dieser Bundesregierung gar nicht an. (…) Ich habe darüber keine eigenen Erkenntnisse, und wenn ich sie hätte, könnte ich sie Ihnen auch nicht mitteilen. (…) Wenn das so wäre, würde sich die Bundesregierung darüber einen Gedanken machen und sich dann ggf. dazu äußern.“

„Wie läuft bei euch Ausgewogenheit?“ – Was ein Hörer von der Deutschlandfunk-Presseschau erwartet

Sechsmal täglich kann man im Deutschlandfunk Kommentare aus Tageszeitungen hören – nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. Unser Hörer Rainer Grund, der sich als Deutschlandfunk-Stammhörer und „News Junkie“ bezeichnet, fragt sich, nach welchen Kriterien die Ausschnitte aus Kommentaren ausgewählt werden.

Wie stellt die Redaktion ein politisches Gleichgewicht her, wie bildet sie ostdeutsche und westdeutsche Zeitungen ab, wie sorgt sie für Meinungsvielfalt? Und wie ist das überhaupt mit Zeitungen in Diktaturen: „Bei chinesischem Staatsjournalismus kriege ich einen dicken Hals“, sagt Rainer Grund. Sollte der Deutschlandfunk dazusagen, wenn er in seiner Presseschau aus einem Staatsmedium zitiert, oder wenn die SPD an der erwähnten Zeitung beteiligt ist? Und warum gibt es eigentlich nur Kommentare aus der sterbenden Mediengattung Zeitung anstatt aus dem Internet?

Fragen, über die ich mit Rainer Grund und Dlf-Nachrichtenredakteurin Milena Reimann für unseren Podcast „Nach Redaktionsschluss“ diskutiert habe.