Anschläge von Christchurch: Medien machen sich zu Mittätern

Titelseite der Bild-Zeitung vom Samstag

Am Freitag habe ich hier auf Christopher Lemmer geantwortet, warum ich nicht finde, dass der Name des Attentäters von Christchurch genannt werden muss und warum man mit seinem Bekennerschreiben vorsichtig sein muss. Inzwischen hat sich gezeigt, dass einige Journalisten in der Berichterstattung über die Anschläge ihrer Verantwortung wieder nicht gerecht geworden sind und auch getan haben, was ich für problematisch halte. Das habe ich fürs DLF-Medienmagazin @mediasres kommentiert. Das ist naturgemäß keine detaillierte Auseinandersetzung mit Lemmer. Die reiche ich vielleicht noch nach.

#Christchurch: Warum es falsch ist, die Namen der Täter und ihr Manifest zu veröffentlichen

Berichterstattung auf bild.de (Screenshot: bild.de)
Berichterstattung auf bild.de (Screenshot: bild.de)

Der Kollege Christopher Lemmer hat sich durch einen meiner Tweets provozieren lassen und mich mehrmals angegriffen. Ich habe ein wenig überlegt, ob ich mit ihm in den Disput treten will, denn er hat mich an einigen Stellen falsch zitiert, Aussagen von mir falsch ausgelegt, mich und andere beleidigt.

Das ist eigentlich eine schwierige Grundlage für eine Diskussion mit Argumenten. Wenn man das Gegenüber diskreditiert und beleidigt, warum soll man sich also mit so jemanden auseinandersetzen?

Dass ich es trotzdem tue, liegt daran, dass ich mir selber noch mal im Detail darüber klar werden wollte, wie ich das meine und wie ich es vermitteln kann.

Täter verlangen Aufmerksamkeit – Journalisten geben sie ihnen

Ausgangspunkt war dieser Tweet:

Das konkrete Zitat, auf das ich mich beziehe, lautet so:

Der Haupttäter, von dem wissen wir sogar den Namen, es handelt sich um den (…)* Er lebte in Neuseeland, und er wollte, dass die ganze Welt seinen Namen erfährt, denn er hat das gesamte Attentat – die Anfahrt, den Gang in die Moschee, das Attentat selbst – nicht nur gefilmt, sondern auch noch live über seine Facebook-Seite im Internet gestreamt.

* An dieser Stelle nennt der Reporter Name und Details.

Es gibt auch Berichte darüber, dass der Täter ein Manifest ins Internet gestellt haben soll, in dem er seine Motivation darlegt. Hätten Journalisten darüber berichtet, wenn er es einfach so ins Netz gestellt hätte? Wohl nicht. Warum berichten Journalisten also darüber? Weil er Dutzende Menschen umgebracht hat. Was heißt das für andere Täter? Wenn sie ihre Ideen verbreiten wollen, sollten sie etwas tun, das ihnen entsprechende Aufmerksamkeit verschafft.

Ex-Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo und Terrorismusexperte Peter Neumann schrieben schon 2016 in der Süddeutschen Zeitung:

Beim Terrorismus geht es nicht in erster Linie ums Töten. Es geht vielmehr um das „Terrorisieren“, es ist eine spezielle Form der Provokation. Eine Tat, die keine Verbreitung findet, ist daher nutzlos. Schon die Anarchisten machten sich die im 19. Jahrhundert beginnende Massenproduktion von Zeitungen zunutze. In den Achtzigerjahren wurden Flugzeugentführungen für das Fernsehen geradezu inszeniert. Und Timothy McVeigh, der 1995 in Oklahoma ein Verwaltungsgebäude der US-Bundesbehörden in die Luft sprengte, gestand später, er habe dieses wegen des „guten Kamerawinkels“ ausgesucht. Al-Quaida schuf mit dem Einsturz der Twin Towers die bis heute einprägsamsten Bilder eines terroristischen Anschlags. Von Osama bin Laden soll der unter Islamisten geltende Lehrsatz stammen, dass ein Radiosender wichtiger sei als eine Atombombe. Der Anschlag auf die Londoner U-Bahn 2005 soll innerhalb der Organisation kritisch kommentiert worden sein: Unter der Erde gäbe es zu wenig Bilder.

Für Verbreitung aber sind die Täter immer noch auf die Massenmedien angewiesen. Klar, der offensichtliche Haupttäter von Christchurch hat seine Tat bei Facebook live gestreamt. Aber wenn ich ihm auf Facebook nicht folge und das niemand in meiner Facebook-Timeline teilt, bekomme ich es nicht mit. Wenn ich nicht auf Facebook bin, erst recht nicht. Die große Verbreitung erhält so etwas immer noch durch Massenmedien, also journalistische Medien. Denn sie berichten über die Taten.

Christopher Lemmer schreibt:

Die Täter wollen mit ihrer Tat in die Medien kommen? Mag sein, dass die das wollen. Aber was heißt das für Journalisten? Doch wohl sicher nicht, dass sie sich in irgendeiner Weise vom Willen der Täter beeindrucken lassen. Es ist völlig egal, was die Täter wollen. Wer als Journalist ernst genommen werden will, sollte seinen eigenen Willen haben und den auch durchsetzen.

Die Ironie dieser Aussage liegt ja darin, dass der Journalist hier eben nicht seinen eigenen Willen durchsetzt, sondern genau das tut, was der Attentäter beabsichtigt hat. Dieser erzwingt durch seine Tat Berichterstattung, weil sie den Nachrichtenkriterien entspricht, die wir alle gelernt haben und immer wieder anwenden.

Die Frage ist nicht, ob man berichtet, sondern wie

Um nicht missverstanden zu werden: Auf jeden Fall muss über die Taten berichtet werden. Deswegen stimme ich Christopher Lemmer auch zu, wenn er schreibt, dass Journalisten aufzuklären haben. Er schreibt weiter:

Sie sind nicht dazu da, Dinge für sich zu behalten. Wenn ein relevantes Ereignis passiert, ist es guter Journalismus, so viele Informationen über dieses Ereignis zu recherchieren und zu berichten wie möglich. Täter und Opfer, Tathergang, Vorbereitung, Hintergründe, Motive, Reaktionen, Schäden.

Richtig. Aber. Journalisten behalten ständig Dinge für sich. Sie recherchieren immer viel mehr als sie dann an ihre Nutzer weitergeben. Sie treffen nämlich eine Auswahl, ein wesentliches Merkmal ihrer Arbeit. Das heißt auch, dass sie über Täter und Opfer berichten sollen. Und das geht, ganz ohne dass man ihre Namen nennt und sie identifizierbar macht. Im Pressekodex gibt es dazu eine eigene Ziffer (Nr. 11), in der es heißt:

Bei der Berichterstattung über Gewalttaten, auch angedrohte, wägt die Presse das Informationsinteresse der Öffentlichkeit gegen die Interessen der Opfer und Betroffenen sorgsam ab. Sie berichtet über diese Vorgänge unabhängig und authentisch, lässt sich aber dabei nicht zum Werkzeug von Verbrechern machen.

Und weiter:

Die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen findet ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen. Die vom Unglück Betroffenen dürfen grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden.

Damit will ich nur zeigen: Journalisten haben sich durchaus auf Maßstäbe verständigt, die sie an ihre Berichterstattung anlegen. Fälle wie die Geiselnahme von Gladbeck, der Amoklauf von Winnenden, die Berichterstattung über den Germanwings-Piloten usw. haben gezeigt, dass solche Regeln notwendig sind. Aber auch, dass immer wieder gegen sie verstoßen wird.

Es geht also nicht darum, nicht zu berichten. Es geht um das Wie. Die Kriminologen Frank J. Robertz und Robert Kahr appellieren (im konkreten Fall bei Amokläufen, die ja auch nichts anderes als Anschläge sind) an Journalisten, möglichst keine Porträts der Täter zu zeichnen, die eine Identifikation mit ihnen erleichtern, schreibt Ronen Steinke in der Süddeutschen Zeitung:

Vor allem aber geht es ihnen um etwas, das sie „Täter-PR“ nennen. Der Schulamokläufer im amerikanischen Blacksburg, Virginia, unterbrach 2007 seine Tat, um ein Paket mit Fotos, Texten und Videos für den Fernsehsender NBC in die Post zu geben. Ein finnischer Täter lud sein „Medienpaket“ hoch, zwanzig Minuten bevor er sein erstes Opfer erschoss. 2009 schrieb der Winnenden-Amokläufer über seine Ziele: „Also ich meine nur, man wird noch berühmt und bleibt anderen Menschen im Gedächtnis.“

In der Ankündigung des Sammelbandes von Robertz und Kahr heißt es:

Schulamokläufer und Terroristen sichern sich durch das kalkulierte Ausüben von Gewalt einen Platz in den Schlagzeilen der Weltpresse. Sie folgen damit einer bewährten Kommunikationsstrategie, die ebenso menschenverachtend wie durchschaubar ist. Dieses Kalkül der Täter geht insbesondere dann auf, wenn Medien die destruktiven Botschaften der Täter ungefiltert weitertragen. Sie verbreiten auf diese Weise Angst in der Gesellschaft, belasten die Opfer und liefern im schlimmsten Fall eine Inspiration für Nachahmer.

Auch eine Untersuchung von Jennifer Johnston und Andrew Joy von der Western New Mexiko University kam zu diesem Ergebnis, bezogen auf Amokläufer. Die FAZ zitiert sie so:

Die Identifikation mit früheren Tätern, die durch die extensive Berichterstattung berühmt geworden sind, einschließlich der Veröffentlichung ihrer Namen, Gesichter, Lebensgeschichten und Hintergründe, löst einen mächtigeren Schub in Richtung Gewalt aus als psychische Erkrankungen oder der Zugang zu Waffen.

Und sie gehen weiter:

Johnston und Joy wollen, dass man Amokläufern den Ruhm, den sie suchen, mit einer „Don’t Name Them“-Kampagne verweigert. „Wenn die klassischen und die sozialen Medien übereinkommen würden, die Namen der Täter, ihre Lebensgeschichten und ihre verqueren Ideen nicht mehr zu publizieren, würden wir schon in den kommenden ein oder zwei Jahren eine deutliche Abnahme dieser Tötungen sehen“, schreiben sie in einer Erklärung.

Wenn Journalisten ihre Arbeit machen, halten sie die Nutzer nicht für blöd

Was bringt mir als Nutzer der Name von jemanden, den ich sowieso nicht kenne? Er führt nur dazu, dass derjenige genau die Aufmerksamkeit bekommt, die er sich wünscht, und die er – ich wiederhole das bewusst – nur bekommt, weil er Menschen getötet hat. Er animiert Nachahmer, er wird zum Vorbild für weitere Täter, ebenso, wie er sich möglicherweise prominente Massenmörder zum Vorbild genommen hat.

Das Gleiche gilt für sein Bekennerschreiben.

Es geht nicht darum, dass Nutzer solche Dokumente nicht lesen sollen, weil sie sie nicht einschätzen können. Es geht darum, dass sie überhaupt darauf aufmerksam werden. Denn damit bekommen potenzielle Täter einen Anreiz, genau solche Taten zu begehen. Sie sehen, dass solche Dokumente verbreitet werden. Daran wirken Journalisten mit, wenn sie ihnen genau diese Berichterstattung bieten.

Deswegen verstehe ich auch dieses Argument von Christopher Lemmer nicht:

Und für wie bescheuert halten manche Journalisten eigentlich die Mehrheit der Nichtjournalisten, wenn sie glauben, die werden alle zu Nazis, wenn sie einen Nazi-Text lesen? Und kann irgendjemand erklären, warum diese Deppenlogik für Journalisten nicht gelten soll?

Falls ich gemeint bin: Ich halte die Mehrheit der Nichtjournalisten nicht für bescheuert. Wenn sie das Dokument lesen sollen, bitte sehr. Aber warum muss ich als Journalist es ihnen denn zugänglich machen? Das finden sie schon selbst. Stattdessen sollte ich meine Arbeit machen? Solche Dokumente verlangen Einordnung, die Journalisten liefern können. Denn das ist ihr Job: Kontext liefern. Sie können mit ihrem Fachwissen Hintergründe berichten, Falsches als falsch bezeichnen, Richtiges als richtig, Widersprüchlichkeiten aufdecken, Zusammenhänge erklären. Man kann über den Täter berichten, ohne seinen Namen zu nennen. Ist ganz einfach.

Wenn sie einfach nur weiterreichen, was andere ihnen diktiert haben, machen sie ihren Job nicht. Dann unterwerfen sie sich der Agenda der Täter. Wenn Journalisten sagen, dass die Nutzer ja alles im Original kriegen können und wir das einfach nur weiterreichen, dann können wir unsere Arbeit auch einstellen.

Zwei Ansätze

Es sind in diesen beiden Punkten (Nennung des Namens, Veröffentlichung des Bekennerschreibens), zwei unterschiedliche Ansätze, die Christopher Lemmer und ich verfolgen. Auf eine etwas abstraktere Ebene gehoben, würde ich sagen, dass der Unterschied darin liegt, ob wir uns als außenstehende Berichterstatter verstehen oder als Teil des Spiels.

Die erste, Lemmers Position, geht nicht etwa davon aus, dass unsere Berichterstattung keinerlei Einfluss auf die Ereignisse in der Welt haben. Ich glaube, das ist ihr schon bewusst. Sie lässt sich vielmehr nicht für die Folgen dieser Berichterstattung in die Pflicht nehmen. Das verstehe ich sogar, denn es kann Berichterstattung einschränken, wenn man ständig mögliche Folgen antizipiert. Tut man das nicht, ist man völlig frei in seiner Arbeit – aber eben nicht bei den Konsequenzen.

Ich finde aber, dass wir bestimmte Ergebnisse unserer Berichterstattung durchaus antizipieren müssen. In vielen Situationen tun wir das schon, etwa indem wir eben nicht mehr Geiselnehmer und Geiseln während der Tat interviewen, wie im Fall Gladbeck passiert (siehe Richtlinie 11.2 Pressekodex). Oder indem wir über Selbsttötungen zurückhaltend berichten (Richtlinie 8.7 Pressekodex). Das heißt, wir übernehmen Verantwortung für unsere Berichterstattung.

Wenn wir das nicht tun, besteht eben die Gefahr, dass man von Terroristen instrumentalisiert wird. Terroristen, denen es um die Verbreitung von Terror geht, für die sie uns brauchen, tun das. Und das hat eben nichts mehr mit eigenem Willen der Journalisten zu tun.

 

Nachsatz: Ich mache mir keine Illusionen. Natürlich wird der Name des oder der Täter in so einem Fall immer bekannt. Und die Richtlinie 8.1 des Pressekodex hält das auch für zulässig. Und natürlich werden Kollegen anders entscheiden als ich. Aber das muss für meine eigene Arbeit kein Maßstab sein. Ich sehe das einfach anders, und es gehört zu einer guten Diskussionskultur, das anzuerkennen statt loszuschimpfen.

Und natürlich löst meine Haltung das zugrundeliegende Problem nicht.

Es ist aber auch sinnlos, sich den verantwortungslosen Entscheidungen anderer anzuschließen.

Konstruktiver Journalismus: Auf der Suche nach Lösungen

In den Medien wird ständig über aktuelle Debatten, Skandale und Probleme berichtet. Lösungen werden dagegen nur selten aufgezeigt. Deswegen schließen sich immer mehr Journalisten einer Bewegung an, die das ändern will. Sie arbeiten an einem konstruktiven und lösungsorientierten Journalismus.

Vom „Constructive Journalism Day“ des NDR und der Hamburg Media School vorige Woche habe ich für @mediasres im Deutschlandfunk berichtet.

Journalismus geht nicht ohne Haltung

Wir müssen mal über Haltung im Journalismus reden. Denn was ich dazu in den letzten Wochen an Äußerungen gelesen habe, hat mich ehrlich gesagt verwundert. Viele Kollegen lehnen einen sogenannten „Haltungsjournalismus“ ab. Dabei geht Journalismus ohne Haltung gar nicht.

Journalisten orientieren sich normalerweise an einem Kriterienkatalog (Nachrichtenwert), der Empfehlungen gibt, was meldenswert ist und was nicht. Im Einzelfall liefert dieser aber nur Anhaltspunkte, und es gibt für viele Themen genauso gute Argumente dafür wie dagegen. Es gibt keine einheitliche Definition dieses Katalogs, aber dazu zählen kann man zum Beispiel den Neuigkeitswert einer Nachricht, ihre Relevanz für die Zielgruppe, die räumliche oder emotionale Nähe und Betroffenheit. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Welches Ereignis also zur Nachricht wird und wie, beruht auf Entscheidungen des Journalisten. Er wählt das Ereignis an sich aus. Er wählt aus, welche Aspekte er für wichtig hält. Er wählt aus, welche Äußerungen dazu es in Beitrag oder Artikel schaffen. Er wählt aus, wie er gewichtet. Dafür muss er urteilen, werten – und zwar auch auf Grundlage einer Haltung.

Wenn zum Beispiel ein AfD-Politiker die Verbrechen des Holocaust relativiert, dann berichten wir darüber. Warum? Strafbar ist ja nicht jede Äußerung dieser Art. Trotzdem thematisieren wir sie, nicht nur weil sie Nachrichtenwert hat, sondern weil wir nach moralischen Kategorien bewerten, dass jemand in der öffentlichen Debatte eine Grenze überschritten hat, dass durch solche Äußerungen der demokratische Diskurs beschädigt wird – und damit vielleicht dauerhaft sogar die Demokratie.

Wir legen in so einem Fall also fest, wo diese vage Grenze liegt; das tun wir aus einer Haltung heraus. Ebenfalls eine Haltung ist, dass Menschenrechte nicht relativiert werden dürfen. Dass nicht alles, was erlaubt ist, auch legitim ist (zum Beispiel Steuervermeidung oder wie sich ein Politiker im Amt verhalten sollte). Wir wählen Ereignisse, die wir zu Nachrichten machen, eben auch aus einer Haltung heraus aus.

Haltung ist keine parteipolitische Haltung

Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine parteipolitische Haltung. Es geht darum, dass man sich als Journalist grundlegenden Werten verpflichtet fühlt: etwa den Menschenrechten, der Demokratie im Allgemeinen oder einem Wert wie Pressefreiheit im Besonderen, die Grundlage unserer Arbeit ist.

Die taz verpflichtet sich zum Beispiel in ihrem Redaktionsstatut dem Engagement für eine kritische Öffentlichkeit, dem Eintreten für Menschenrechte und gegen Diskriminierung. ZEIT und ZEIT online haben gerade erst ihre Leitlinien veröffentlicht, die sie sich intern gegeben haben. Darin heißt es unter anderem:

Wir kritisieren unerschrocken, aber scheuen uns auch nicht, für jemanden oder für etwas zu sein. Unser Journalismus hat keine festgelegte Linie, aber einen Standort. Er ist liberal, ideologiekritisch, weltoffen, unverrückbar demokratisch und sozial. Eine nachhaltige und friedliche Entwicklung der Welt ist uns wichtig

Solche Werte sind es, die die Haltung eines Journalisten ausdrücken können. Denn Journalisten sind heute (zumindest außerhalb des schnellen Nachrichtengeschäfts) weniger als früher dazu da, Ereignisse und Meinungsäußerungen einfach nur kontextlos weiterzureichen; sie müssen sie erklären und einordnen. Denn fürs reine Weiterleiten brauchen Politiker heute keine Journalisten mehr, dafür haben sie das Netz.

Im Fall von Donald Trump hat sich das reine Weiterleiten bereits als problematisch erwiesen, findet der US-Journalismusforscher Jay Rosen. Und er sagt auch, dass, wer über Rechtspopulismus einfach nur berichte, Teil von ihm werde. Gerade Journalisten in Deutschland sähen sich wegen des Nationalsozialismus besonders verpflichtet, gegen entsprechende Entwicklungen einzutreten. Auch das ist Haltung.

Was nutzt ein Journalismus, der nicht für genau die Werte eintritt, die ihn garantieren? Ein Journalismus ohne Haltung schafft sich selbst ab.

Wenn zwei antreten, ist es eine Kampfkandidatur – wenn einer antritt, ist es eine Wahl

Wenn es in der CDU-Bundestagsfraktion am Dienstag um den Vorsitz geht, werden viele Journalisten wieder einen ihrer liebsten Begriffe auspacken: die Kampfkandidatur.

Denn schließlich hat Amtsinhaber Volker Kauder tatsächlich mal einen Gegenkandidaten – zum ersten Mal, seit er 2005 Fraktionsvorsitzender wurde: den Kollegen Ralph Brinkhaus aus Gütersloh. Schon als Brinkhaus seine Kandidatur ankündigte, lauteten die Schlagzeilen entsprechend, zum Beispiel bei tagesschau.de:

Die shz.de schrieb:

Und Focus online:

Und so weiter. „Kampfabstimmung“, „Kampfkandidatur“ – Journalisten lieben das Wort Kampf.

Das klingt dramatisch, unerhört, skandalös. Obwohl es so banal ist: Die Abgeordneten können tatsächlich mal ihr demokratisches Recht wahrnehmen und sich zwischen zwei Kandidaten entscheiden – zum ersten Mal seit 13 Jahren.

Klar, man kann natürlich von Kampfkandidatur schreiben, wenn man den Wettbewerb um einen Posten als demokratischen Kampf um ein Amt sieht. Dass der Begriff nicht wörtlich gemeint ist, ist auch klar. Das Problem ist nur, dass die Journalisten damit eine Dramatik hereinbringen und etwas Unerhörtes mitschwingen lassen: dass sich jemand erdreistet, den Amtsinhaber herauszufordern und ihm womöglich sein Amt wegnehmen könnte.

Was ist eine Kampfkandidatur, was eine Wahl?

Ich verstehe die Kollegen, die auf das Neue aus sind, auf Dramatik, auf Konflikt, auf Personen – so was funktioniert immer gut. Allerdings wird damit ein ganz normaler demokratischer Vorgang unnötig aufgeladen. Schließlich gibt es, legt man diese Logik zugrunde, ständig Kampfkandidaturen: Bei jeder Bundestagswahl treten in allen Wahlkreisen Kandidaten verschiedener Parteien gegeneinander an. All das müssten dann Kampfkandidaturen sein – weil eben nicht nur ein Kandidat gesetzt ist, der dann so oder so das Rennen machen wird.

Aber auch das wäre nicht so schlimm, wenn nicht gleichzeitig ein wesentlich weniger demokratischer Akt als „Wahl“ verbrämt würde – nämlich dann, wenn es nur einen Kandidaten gibt. Wenn Volker Kauder als einziger Kandidat für das Amt des Fraktionsvorsitzenden antritt, soll das eine Wahl sein? Wenn die Abgeordneten nur ihn wählen oder sich stattdessen enthalten oder ungültig wählen oder gar nicht teilnehmen können – das soll eine Wahl sein?

Dass sich Parteien und Fraktionen auf solche Verfahren festlegen, um den Eindruck von Zerstrittenheit zu vermeiden, ist mir natürlich bewusst. Gerade CDU und CSU lieben normalerweise die Geschlossenheit (von Alleingängen Seehofers in den letzten Jahren mal abgesehen), während SPD-Chefin Andrea Nahles eine Gegenkandidatin hatte und besonders bei den Grünen hart um Vorsitz und Spitzenkandidatur gerungen wurde.

Es bleiben genug Aufreger

Journalisten haben natürlich keinen Einfluss auf so etwas – oder etwa doch? Vermeiden Parteien solche echten Wahlen nicht vielleicht auch deswegen, weil sich Journalisten dann mit solchen Begriffen darauf stürzen? Dafür spricht, dass offenbar intern viel versucht wurde, um Ralph Brinkhaus von einer Gegenkandidatur abzubringen. Wohl um genau den Eindruck zu vermeiden, dass sich eine Fraktion aus 246 Abgeordneten mal nicht einig sein könnte.

Etwas Abrüstung täte so oder so gut. Demokratie ist der Streit mit Argumenten um Mehrheiten. Zu allem gibt es Alternativen, zu Themen genauso wie zur Besetzung von Posten. Also lasst uns doch lieber gelassener herangehen. Es bleiben genug Aufregerthemen.

 

Die Überschrift lehnt sich an einen Text von Volker Pispers an.

Journalismus 2018: Die Zeit des Weiterreichens ist vorbei

Bei den Tutzinger Radiotagen vor zwei Wochen kam es an einer Stelle über mich und ich habe mich in einem dreiminütigen Monolog etwas echauffiert darüber, dass Journalismus im digitalen Zeitalter nicht mehr so funktionieren sollte wie früher, das aber viele noch nicht so sehen. Ich will kurz erklären, worum es mir geht.

Auslöser ist die Diskussion über Haltung im Journalismus. Dazu haben sich in den letzten Wochen und Monaten viele Kollegen geäußert – Sascha Lobo war dabei, Georg Restle, Stefan Winterbauer, Froben Homburger, Jay Rosen, Klaus Meier und einige andere. Die Befürworter sagen vereinfacht zusammengefasst, dass Journalisten natürlich eine Haltung haben müssten, wenn sie berichten, und sei es nur, dass sie sich an Werten wie Menschenrechte orientieren. Die Gegner sagen, Journalisten sollten sich damit begnügen, zu berichten, was ist, den Rest würden die Bürger schon selbst hinkriegen.

Das finde ich zum einen sehr kurzsichtig und zum anderen gefährlich. Sehr kurzsichtig, weil Journalisten nicht davon ausgehen sollten, dass ihre Leser, Hörer, Zuschauer alle Hintergründe zu jeder Meldung kennen und sofort einordnen können, in welchem Kontext sich „das Neue“ bewegt, das berichtet wird. Sehr kurzsichtig auch, weil die Journalisten damit zum einen ihre eigene Arbeit zu wenig wertschätzen – nach dem Motto: Warum soll ich mehr berichten als das, was passiert ist? Außerdem ist es arrogant anzunehmen, dass jeder Nutzer dieses Hintergrundwissen hat. Für sehr gefährlich halte ich es, weil die Nutzer sonst nicht in der Lage sind, sich eine fundierte politische Meinung zu bilden, wenn wir ihnen diese Hintergründe verweigern. Nicht-Wissen gefährdet die Demokratie – oder wie es die „Washington Post“ in ihrem Slogan sagt: „Democracy dies in darkness“.

In Tutzing habe ich vor allem dafür plädiert, Journalismus heute nicht mehr ausschließlich als Megaphon für Politiker zu verstehen. Früher erfuhren Bürger fast nichts, wenn Journalisten es ihnen nicht gesagt haben. Sie konnten keine Bundestagsdebatten verfolgen, sie kamen nur schwer in Kontakt mit Abgeordneten, sie waren nicht vor Ort, sie konnten kaum nachfragen und bekamen nur schleppend Antworten.

Dass das heute völlig anders ist (nebenbei m.E. eine Ursache für den Vertrauensverlust bei Teilen der Nutzer), verdanken wir dem Internet und der dadurch bedingten Weiterentwicklung der Medien. Statt nur einmal am Tag können Leser sich bei Zeitungen jederzeit über die aktuelle Lage der Welt informieren, statt linear können sie heute alles auch zeitversetzt konsumieren, dank Facebook und Twitter können sie in Kontakt mit Abgeordneten kommen oder Live-Videos vom Ort des Geschehens schauen, noch bevor Journalisten berichten. Politiker wenden sich über soziale Netzwerke direkt an ihre Anhänger – besonders die AfD macht das erfolgreich.

Einfach weiterreichen ist also keine Aufgabe von Journalisten mehr. Warum einen Tweet nur zitieren, wenn ihn jeder selber lesen kann? Deswegen schließe ich mich voll und ganz DLF-Kollegin Ann-Kathrin Büüsker an, die gerade heute genau das aufgeschrieben hat, was ich noch vorhatte:

Wir als Journalisten dürfen uns nicht zu Sprachrohren von Politiker*innen machen lassen, damit werden wir unserer Aufgabe nicht gerecht und machen uns überflüssig. Denn ihre Botschaften kann eine Politikerin heute viel bequemer über ihre Social-Media-Kanäle ausspielen. Ein kleines Video drehen, ab auf die Plattformen – schon ist die Botschaft in der Welt. Unsere Aufgabe muss es sein, diese Botschaft einzuordnen. Warum sagt sie, was sie sagt? Und stimmt das überhaupt? Wir brauchen keinen „he said, she said“-Journalismus, in dem wir schamlose Lügen und provokante Statements von Populist*innen multiplizieren. Das entspricht nicht nur nicht unserem journalistischen Auftrag, ich halte es letztlich sogar für demokratiegefährdend.

Journalisten sind also heute (zumindest außerhalb des schnellen Nachrichtengeschäfts) weniger als früher dazu da, Ereignisse und Meinungsäußerungen einfach nur kontextlos weiterzureichen; sie müssen sie erklären und einordnen.

Im Fall von Donald Trump hat sich das reine Weiterleiten bereits als problematisch erwiesen, findet der US-Journalismusforscher Jay Rosen. Und er sagt auch, dass, wer über Rechtspopulismus einfach nur berichte, Teil von ihm werde.

Das ist die Gefahr, die Ann-Kathrin andeutet und die auch ich sehe: Wenn Populisten die Reflexe von Journalisten triggern und wir immer wieder darauf anspringen, macht das was mit der öffentlichen Diskussion in der Demokratie: Journalisten geben das Framing von Populisten weiter (trotz Negierung), Debatten verschärfen sich und machen Probleme unlösbarer, die Grenze des Sagbaren verschiebt sich (das Overton Window, siehe Video), grundlegende Menschenrechte werden verletzt (von der Würde des Menschen über die Pressefreiheit bis hin zum Asylrecht).

Demokratische Werte und soziales Miteinander sind ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogen worden. Wenn Journalisten sich daran beteiligen, das zu verschärfen, ist damit nur den Scharfmachern gedient. Deshalb meine Forderung: Die Zeit des (reinen) Weiterreichens (von Informationen) ist vorbei. Ohne Einordnung geht es nicht.

Tutzinger Radiotage: Die neue Audio-Liebe

Mit den Tutzinger Radiotagen hat sich gestern auch noch „Was mit Medien“ bei Deutschlandfunk Nova beschäftigt. Die Tage wurden nämlich von einem Team namens „Junge Talente“ begleitet. Was sie über die Tagung berichtet haben, findet sich hier.

Und bei „Was mit Medien“ haben sie noch mal ausführlich über die drei Tage in Tutzing berichtet. Dabei werde ich anfangs auch zitiert – als „Die erste Meinung“. Nach einem Vortrag zum Thema Framing habe ich mich nämlich zur Rolle des Journalismus heute geäußert.

In Zeiten, in denen Politiker und Prominente mit empörenden Zitaten die Meinung der Öffentlichkeit steuern, müssen Journalisten gegenhalten. Wir brauchen mehr als Kurzmeldungen, die einfach nur die Aussagen von Politikern durchgeben, ohne sich weiter mit ihnen zu beschäftigen. So darf man zum Beispiel rassistische Beleidigungen nicht einfach wörtlich wiederholen, sondern muss sie auch so benennen, ohne das Narrativ einschleifen zu lassen. „Die Zeit des Weiterreichens ist vorbei.“

Ergänzend hatte Ann-Kathrin Büüsker, Redakteurin und Moderatorin beim Deutschlandfunk, gesagt: Wir müssen weg davon, immer nur zu melden, was jemand in der Politik sagen. Wir müssen stattdessen häufiger sagen, warum jemand etwas sagt.

Das schon mal vorab, demnächst werde ich dazu noch etwas ausführlicher schreiben.

Interview mit einem Pegida-Anhänger – gut oder schlecht?

Am vergangenen Donnerstag hat sich „Herr Müller“ Luft verschafft. Im Deutschlandfunk-Podcast „Der Tag“ hat der Pegida-Anhänger ausführlich erzählt, warum er die Ziele der Gruppe unterstützt, warum es ihm nichts ausmacht, neben Rechtsextremen zu demonstrieren und was er an der deutschen Flüchtlingspolitik ablehnt. Es war ein ungewöhnliches Gespräch mit Moderator Philipp May, weil solche Aussagen zumindest von Nicht-Politikern selten so viel Raum bekommen.

Das Interview hat verhältnismäßig viel Lob und Kritik hervorgerufen, weswegen sich Philipp und „Der Tag“-Kollegin Ann-Kathrin Büüsker in der heutigen Ausgabe des Podcasts ausführlich darüber unterhalten: wie es zum Gespräch gekommen ist, wie sich Philipp dabei gefühlt hat, wie die Reaktionen waren. Beide machen sich Gedanken darüber, ob es richtig war, das Gespräch zu führen, und ob es richtig war, das Gespräch so zu führen.

Eine transparente und selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit, die sich lohnt anzuhören.

P.S.: Philipp und Ann-Kathrin sprechen eine Zeit lang über einen Faktencheck während eines bzw. nach einem Interview. Die Kollegen bei DLF Kultur haben das neulich mal nach einem Interview mit Thilo Sarrazin gemacht.

Offenlegung: Ich arbeite als freier Mitarbeiter für den Deutschlandfunk.

Diskutieren über Menschenrechte: „Oder soll man es lassen?“

In Breitband im Deutschlandfunk Kultur ging es heute um Empathie im digitalen Zeitalter.

Politische Kontroversen rufen immer extremere Positionen hervor. Über Flüchtlinge wird inzwischen bis hin zur Empathielosigkeit gegenüber dem Leid der anderen diskutiert. Aber ist Empathie hier überhaupt angemessen? Oder brauchen wir etwas anderes?

Anlass war der Artikel von Mariam Lau in der Wochenzeitung „Die Zeit“, in der sie die private Seenothilfe im Mittelmeer zur Disposition stellte. Die Debatte darüber habe ich für Breitband kurz zusammengefasst. Nachzuhören hier, nachzulesen hier:


Es war eine Debatte, die wie so oft in zwei Phasen verlief. Am Anfang sorgte der Artikel selbst für Aufregung, weil Kritiker die Menschenrechte relativiert sahen. In der öffentlichen Diskussion dominierte die Ablehnung der Contra-These von Mariam Lau. Inzwischen geht es aber um die Rolle des Journalismus und die Frage, ob so ein Text überhaupt veröffentlicht werden darf oder ob Journalisten nicht gewissen Werten verpflichtet seien. In der Debatte darüber twitterte Lau selbst:

Man muss sich mit einer gewissen Kälte über das Thema beugen und sich (die) Frage nach den Folgen des gutgemeinten Handelns vorlegen.

Der Medienberater und Journalist Thomas Knüwer beklagt in seinem Blog „Indiskretion Ehrensache“, dass „Die Zeit“ mit solchen Texten allerdings die Grenzen des Sagbaren verschiebe:

Ich glaube, dass die Zeit unbewusst und ohne darüber nachzudenken rechten Gedanken den Weg ins Bildungsbürgertum öffnet. Und wenn die Zeit erlaubt, dass man darüber nachdenkt, Menschen ersaufen zu lassen im Sinne einer größeren Lösung, dann ist das halt mit einem mal gesellschaftlich legitim.

Tatsächlich hat „Die Zeit“ schon kurz nach der ersten Kritikwelle eingelenkt – und in ihrer Print-Ausgabe diese Woche nachgelegt. Dort schreibt die Chefredaktion, Thema des Pro & Contras sei der Vorwurf gewesen – Zitat:

Die privaten Helfer würden trotz bester Absichten das zynische Geschäft der Schlepper befördern. Dieser Frage wollten auch wir uns annehmen – denn politische Diskussionen und moralische Dilemmata verschwinden nicht dadurch, dass man die Augen vor ihnen verschließt. Wir hatten es also gut gemeint – was aber bekanntlich oft das Gegenteil von gut ist.

Dass der Journalismus sich tatsächlich solcher Fragen annehmen soll, sehen viele Kollegen nicht so. Es gebe unverhandelbare Güter, Rechte und Prinzipien, twitterte etwa die Publizistin Carolin Emcke. Es habe nichts mit Liberalität zu tun, sie auf Pro- und Contra-Fragen zu reduzieren.

Journalismus muss also gewissen Werten verpflichtet sein. Das findet auch der US-Journalismusforscher Jay Rosen, der gerade zu einem Forschungsaufenthalt in Deutschland ist. Im Interview mit „Breitband“ sagte er vor zwei Wochen:

Journalists also have to oppose a political style in which the institutions of democracy and democratic attitudes are eroded or attacked. And I think, that is the problem: How do you oppose anti-democratic practices and forces in society, but not become the political opposition to those leaders?

 Journalisten müssen sich einem politischen Stil entgegenstellen, in dem demokratische Institutionen und Haltungen angegriffen werden. Das ist das Problem: Wie stellt man sich antidemokratischen Praktiken und Kräften entgegen, ohne eine politische Opposition zu ihren führenden Köpfen zu werden?

Nicht nur bei der „Zeit“, sondern auch in anderen Medien finden sich immer öfter rechte bis rechtsextreme Begriffe wie etwa „überfremdet“ oder eine solche Herangehensweisen an Themen. Für Medienberater Thomas Knüwer wäre es ein Anfang, wenn Journalisten sich darüber klar werden würden.

Ich glaube, wir brauchen in den Redaktionen eine Debatte über Haltung und darüber, wofür man steht. Ich glaube, wir brauchen noch viel mehr Journalisten, die sich darüber Gedanken machen, wie sich ihr Berufsstand eigentlich entwickelt.