Fehler in der Moderation: ZDF korrigiert Sendung online

Das ZDF hat eine Unterlassungserklärung abgegeben, nachdem ihm der US-Unternehmer Elon Musk Lügen vorgeworfen hat. Er stört sich an einer Formulierung in der Sendung „ZDF heute live“ am vergangenen Donnerstag. Zum Beginn der Sendung sagte die Moderatorin:

„Ein brutaler Mordversuch auf offener Straße in Belfast. Jemand filmt, das Video geht viral. Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten. Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk.“

Tatsächlich hatte Musk nicht zur Jagd auf Migranten aufgerufen, sondern lediglich zu Protesten. Musk teilte Beiträge des rechtsextremen britischen Aktivisten Tommy Robinson und des Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Restore UK, Rupert Lowe.

Musk forderte das ZDF über seinen deutschen Anwalt Joachim Steinhöfel dazu auf, eine Unterlassungserklärung abzugeben, was das ZDF tat. Mehr dazu in meinem Beitrag für den Deutschlandfunk.

Dürfen Medien illegale Aufnahmen veröffentlichen?

Das Oberlandesgericht Oldenburg hat eine Aktivistin der Tierrechtsorganisation „Animal Rights Watch“ verurteilt. Wie hoch die Geldstrafe ausfällt, wird separat festgelegt. Die Frau war mit einem anderen Aktivisten in einen Schlachthof in Niedersachsen eingestiegen und hatte Aufnahmen von Schweinen gemacht, die mit CO2 betäubt wurden. Das ist legal, Tierschützer beklagen aber, es sei eine brutale Tierquälerei.

Auch das ARD-Magazin „Plusminus“ hat darüber berichtet. Anders als die Aktivisten selbst darf es die illegal gemachten Bilder aber zeigen. Woher dieser Widerspruch kommt, hat mir der Medienrechtler Roger Mann im Deutschlandfunk erzählt.

Die Anstalt: Wie schafft man es, nach oben zu treten?

Auf der Republica 2026 hat das Team der „Anstalt“ im ZDF über seine Arbeit gesprochen. Mit dabei waren Redakteur und Headautor Dietrich Krauß und die Kabarettisten und Autoren Claus von Wagner, Maike Kühl und Max Uthoff.

Sie sprechen darüber, wie sie auf Themen kommen, wie sie sie recherchieren, mit wem sie sprechen, wie sie sie aufbereiten und wie sie mit Kritik umgehen. Interessant daran ist ihre Recherche, denn ihre Satire beruht wie wenige andere Formate darauf.

Ein sehenswerter Talk, wenngleich sich die Männer m.E. etwas viel Raum nehmen.

Verdachtsberichterstattung im Fall Ulmen: Wie Medien berichten können

Nachdem der „Spiegel“ am Donnerstag Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes veröffentlicht hatte, blieb es bei anderen Medien lange ruhig. Ich habe im Deutschlandfunk erklärt, warum – und wie die Medien damit umgegangen sind.

Zu viel, zu wenig Kontext, zu irreführend: Kritik an Trump-Berichterstattung

Seit über einem Jahr beherrscht US-Präsident Donald Trump nicht nur die USA, sondern auch die Medienberichterstattung – auch hier bei uns. Kein Tag, in dem es nicht um ihn geht. In der Branche wird diskutiert, ob Trumps Handeln und die Geschehnisse in den USA richtig beschrieben und eingeordnet werden. Ich habe im Deutschlandfunk die Diskussion zusammengefasst.

Videos von Flüchtenden und Toten: Kritik an Berichterstattung über Amoklauf in Graz

Die Amoktat in Graz in Österreich hat für Bestürzung gesorgt. Dabei hat der Täter an einer Schule zehn Menschen erschossen und elf verletzt. Anschließend erschoss er sich selbst. Kritik ausgelöst hat, wie Medien darüber berichtet haben. Über die Kritik wiederum habe ich im Deutschlandfunk berichtet.

Mehr dazu:

Nachtrag (13.06.2025, 19 Uhr): Boris Rosenkranz hat für Übermedien noch mehr Verfehlungen aufgeschrieben und sie kommentiert.

Nach Rassismus-Vorwurf: Olaf Scholz geht gegen Focus-Berichterstattung vor

Das Nachrichtenmagazin Focus fährt groß auf. In einem Artikel gestern wirft es Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vor, den Berliner Kultursenator Joe Chialo (CDU) rassistisch beleidigt zu haben. Er solle ihn als Hofnarren beleidigt haben.

Die entscheidende Stelle im Focus-Artikel über Scholz ist aber überraschend dünn. Dort heißt es:

„Als CDU-Politiker Joe Chialo einwandte, ob er das wirklich so meine mit dem Rassismus der CDU, jener Partei also, in deren Bundesvorstand er sitzt, fuhr Scholz ihn an, er, der Schwarze, sei nicht mehr als ein Feigenblatt. „Jede Partei hat ihren Hofnarren“, sagte der Kanzler an Chialo gerichtet.“

Die Satzkonstruktion ist interessant, mal davon abgesehen, dass sie für eine Webseite wie die von Focus online viele Nebensätze hat. Denn die Aussage zum „Hofnarr“ wird wörtlich zitiert, „der Schwarze“ aber nicht. So bleibt unklar, ob das von Scholz stammen soll oder ein Kommentar des Focus ist, der Chialo hier von sich aus zum „Schwarzen“ macht – um der Beleidigung noch eine rassistische Note anzudichten.

Wir wollten darüber heute im Deutschlandfunk mit Focus-Chefredakteur Georg Meck sprechen, der die Szene beobachten haben will und darüber geschrieben hat, aber er war leider nicht zu erreichen, obwohl wir es auf vielen Wegen versucht haben. Am Vormittag sprach Meck darüber bei Welt TV.

Ich habe dafür heute im Dlf über den Fall gesprochen und Textexegese betrieben. Scholz geht mittlerweile juristisch gegen den Focus vor und spricht von einem Falschzitat.

„Reise mit der Maus“: Über die unkritische Berichterstattung über eine Straftat

Die Maus ist wieder da. Eine Statue der Titelfigur der „Sendung mit der Maus“ war am vergangenen Dienstag vor einem WDR-Gebäude in Köln gestohlen worden. Am Mittwoch tauchte sie vor dem ZDF in Mainz wieder auf und wurde nach weiteren öffentlichkeitswirksamen Stationen in Erfurt und Magdeburg am Freitag nach Köln zurückgebracht. Vier Tage lang machten viele Medien diese PR-Aktion der Kampagnenorganisation Campact mit – und bejubelten damit eine Straftat. Das habe ich im Deutschlandfunk kommentiert.

Radionachrichten aus dem Gemeindesaal

Gestern haben wir beim WDR den ganzen Tag aus Ennigerloh im Münsterland berichtet. Wir wollten die Stadt, ihre Bewohner und Themen kennenlernen. Fernsehen, Radio, Online: Die WDR aktuell-Redaktion war mit Sack und Pack vor Ort.

Ich war für die WDR-Radionachrichten dort, habe zwischen 10.30 und 16.30 Uhr die WDR4 Lokalzeit präsentiert. Dabei saßen ich und – zur vollen Stunde zwischen 10.00 und 17.00 Uhr – mein Kollege Udo Stiehl in einem mobilen Studio, das im Saal der Evangelischen Gemeinde aufgebaut war.

Im Wesentlichen aber haben wir den ganzen Tag über Hörerinnen und Hörer von WDR-Programmen begrüßt, haben ihnen erklärt, wie Radionachrichten entstehen und wie wir sie präsentieren. Und wir haben uns von ihnen erzählen lassen, welche Themen sie in Ennigerloh bewegen. Welche das waren, haben die Kollegen von wdr.de hier aufgeschrieben.

Wie kann man ausgewogen aus Israel und Gaza berichten?

Die Berichterstattung über das Hamas-Massaker und den Gaza-Krieg stellt Korrespondenten und Korrespondentinnen und Medien seit Monaten vor enorme Herausforderungen. Wann spricht man von Terroristen, wann von einem Krieg? Wo verläuft die Grenze zwischen klarer Sprache und einer über die Sachlichkeit hinausgehenden Bewertung?

Darüber haben bei der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche diskutiert: Holger Stark, stellvertretender Chefredakteur der ZEIT, die Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura und die Filmemacherin und Korrespondentin Hanna Resch (ARD). Es moderiert Pinar Atalay.