Der CDU-Parteitag als Fernsehshow

Die Wahl von Armin Laschet zum CDU-Chef fand coronabedingt nicht vor großem Publikum und mit viel Applaus statt. Doch auch ein digitaler Parteitag bietet viele Möglichkeiten zur medialen Inszenierung – und erinnert manchmal sogar an eine Fernsehshow.

Ich habe mir das heute für @mediasres im Deutschlandfunk angeschaut – zusammen mit dem Berliner Politikwissenschaftler Thorsten Faas, der taz-Korrespondentin Sabine am Orde und dem Düsseldorfer Kommunikationswissenschaftler Marco Dohle.

Darum ist „Kampfkandidatur“ der falsche Begriff

Friedrich Merz, Norbert Röttgen oder Armin Laschet – am Wochenende entscheidet die CDU über ihren künftigen Vorsitzenden. Viele Medien sprechen deshalb von einer „Kampfkandidatur“. Dabei geht es um einen selbstverständlichen, demokratischen Entscheidungsprozess und nicht um einen Kampf. Mein Beitrag für unseren Sprachcheck „Sagen und Meinen“ im Deutschlandfunk.

Wie gefährlich ist Berichten über die Mafia?

In Italien hat der größte Prozess gegen die Mafia seit 30 Jahren angefangen. Ein Fall, den Polizei und Justiz selbst ins Rollen gebracht haben. Andere Fälle sind schon mal von Journalistinnen und Journalisten aufgerollt worden. Wichtig sind sie aber weniger für eigene Recherchen als dafür, die Fälle bekannt zu machen, hat mir ARD-Rom-Korrespondenten Jörg Seisselberg gestern in @mediasres (Dlf-Audiothek) erzählt.

Debatte um Rundfunkreformen: Saarland lehnt Fusion von SR mit SWR ab

Nach dem vorläufigen Aus für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags müssen die Öffentlich-Rechtlichen sparen. Der SWR hat deshalb eine Art von Fusion mit dem Saarländischen Rundfunk (SR) ins Spiel gebracht. Der SR selbst lehnt das ab – und auch die Landesregierung betont die Eigenständigkeit des Senders.

Er finde den Zeitpunkt für das Gniffke-Interview „unglücklich“, sagte der für Medienfragen zuständige Staatssekretär Henrik Eitel mir im Interview im Deutschlandfunk. Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Rundfunkbeitrag erwecke der SWR-Intendant den Eindruck, „als gäbe es noch Unmengen an Potential zu bergen, das noch nicht gehoben ist“.

Michael Borgers hat die Debatte um eine Fusion hier zusammengefasst.

Covid19-Impfung: Zu Risiken und Nebenwirkungen von Berichterstattung

Zu wenig Impfstoff, kaum Impftermine, Organisationschaos. Und vertraut Merkel eigentlich Spahn immer noch?

Die Medien scheinen es sich gerade in einer Dauerprotestschleife gegen die Impfpolitik der Bundesregierung einzurichten. Unsere Hörerin Hildegunde Krawinkel kritisiert, dass Gesundheitsminister Spahn in der Presse zurzeit nur als Buhmann dasteht. Andere finden, dass Journalisten der Politik zu sehr nach dem Munde reden. Es scheint, als könne die Politik zurzeit nichts richtig machen, die Medien aber irgendwie auch nicht. Mitten in der Corona-Krise tun sich neue Fronten auf.

Darüber diskutieren in unserem Podcast „Nach Redaktionsschluss“ die Hörerin Hildegunde Krawinkel, die Medienjournalistin Bettina Schmieding und ich – zu hören u.a. hier in der Dlf-Audiothek.

Die manipulierte Umfrage der „Siegener Zeitung“

Dass viele Medien ständig manipulierbare Umfragen veröffentlichen, ist nichts Neues. Ich hab hier gelegentlich drauf hingewiesen, einer dieser Fälle ist auch schon mal vor den Presserat gegangen und erstaunlich glimpflich ausgegangen. Die Bayerische Staatszeitung hat zum Beispiel mal 320 Online-Umfragen gelöscht, nachdem bekannt wurde, dass sie manipuliert wurden. Mehr zu Umfragen hier.

Boris Rosenkranz hat sich jetzt für Übermedien.de noch so eine manipulierte Umfrage vorgenommen, diesmal von der Siegener Zeitung.

Warum ein US-Präsident nicht „durchregieren“ kann

Bei der Stichwahl in Georgia entscheide sich auch, ob der gewählte US-Präsident Joe Biden später „durchregieren“ könne, heißt es in einigen Medien. Der Begriff ist unpassend, denn er unterschlägt die mächtige Rolle der Abgeordneten, habe ich für unsere Sprachrubrik „Sagen und Meinen“ im Deutschlandfunk notiert.

50 Jahre Neujahrsansprache aus dem Kanzleramt: Machtworte aus der Glotze

Es ist neben „Dinner for One“ das jährliche Ritual, wenn sich Kanzler oder Kanzlerin am Silvesterabend an die Nation wenden. In diesem Jahr wird die Neujahrsansprache aus dem Kanzleramt 50 Jahre alt. Die Reden sind meist feierlich getragen, nur eine Person bringt gelegentlich Witz hinein.

Mein Beitrag in @mediasres im Deutschlandfunk.

Rückblick auf das Medienjahr 2020

Auch für Medien war 2020 ein schwieriges Jahr. Ihnen wurde eine kritikarme Berichterstattung über die Anti-Corona-Maßnahmen vorgeworfen. Zeitungen litten unter dem Einbruch von Werbeeinnahmen. Reporter wurden von Demonstranten angegriffen und von der Polizei nicht immer geschützt.

In @mediasres im Deutschlandfunk haben Brigitte Baetz, Matthias Dell und ich heute diskutiert, was vom Medienjahr bleibt.