Deutschlandfunk findet keine KI in Casdorff-Kommentaren

Der Tagesspiegel-Autor Stephan-Andreas Casdorff hat Kommentare für die Zeitung mit KI erstellt. Das hat er gegenüber der Zeitung eingeräumt, habe ich gestern im Deutschlandfunk berichtet.

Casdorff kommentiert ab und an auch im Deutschlandfunk, zuletzt im März 2026. Gegenüber dem Sender hat er versichert, dass seine Meinungsbeiträge für das Programm nicht mit KI erstellt worden seien. Der Deutschlandfunk hat das mittlerweile geprüft und hat keine Anhaltspunkte für Betrug gefunden.

Tagesspiegel macht Betrug mit KI öffentlich

In der Medienbranche wird gerade diskutiert, wo und wie künstliche Intelligenz eingesetzt werden darf. Der Berliner Tagesspiegel hat am Wochenende einen Fall öffentlich gemacht, in dem KI intransparent eingesetzt wurde. Darüber habe ich im Deutschlandfunk berichtet.

Rund-um-die-Uhr-WM: Wie kann man berichten?

Morgen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Kanada, Mexiko und den USA. Auch ARD und ZDF berichten wieder und übertragen 60 Spiele (mit Sublizenzen).

Die WM ist die größte bisher, es gibt 104 Spiele in vier Zeitzonen in drei Ländern mit 16 verschiedenen Anstoßzeiten zwischen 18 Uhr abends unserer Zeit und 6 Uhr morgens. Welche Herausforderungen darin für die Berichterstattung stecken, hat mir der ARD-Teamchef für die Fußball-WM, Harald Dietz, im Deutschlandfunk erzählt.

Dürfen Medien illegale Aufnahmen veröffentlichen?

Das Oberlandesgericht Oldenburg hat eine Aktivistin der Tierrechtsorganisation „Animal Rights Watch“ verurteilt. Wie hoch die Geldstrafe ausfällt, wird separat festgelegt. Die Frau war mit einem anderen Aktivisten in einen Schlachthof in Niedersachsen eingestiegen und hatte Aufnahmen von Schweinen gemacht, die mit CO2 betäubt wurden. Das ist legal, Tierschützer beklagen aber, es sei eine brutale Tierquälerei.

Auch das ARD-Magazin „Plusminus“ hat darüber berichtet. Anders als die Aktivisten selbst darf es die illegal gemachten Bilder aber zeigen. Woher dieser Widerspruch kommt, hat mir der Medienrechtler Roger Mann im Deutschlandfunk erzählt.

Die Anstalt: Wie schafft man es, nach oben zu treten?

Auf der Republica 2026 hat das Team der „Anstalt“ im ZDF über seine Arbeit gesprochen. Mit dabei waren Redakteur und Headautor Dietrich Krauß und die Kabarettisten und Autoren Claus von Wagner, Maike Kühl und Max Uthoff.

Sie sprechen darüber, wie sie auf Themen kommen, wie sie sie recherchieren, mit wem sie sprechen, wie sie sie aufbereiten und wie sie mit Kritik umgehen. Interessant daran ist ihre Recherche, denn ihre Satire beruht wie wenige andere Formate darauf.

Ein sehenswerter Talk, wenngleich sich die Männer m.E. etwas viel Raum nehmen.

Wie Israels Regierung Einfluss auf den ESC nimmt

Weil Israel beim ESC teilnehmen darf, boykottieren in diesem Jahr fünf Sender den Wettbewerb: die aus Spanien, den Niederlanden, Slowenien, Irland und Island. Es geht vor allem um das Vorgehen Israels im Gaza-Streifen, aber auch um Vorwürfe, Israel habe das Abstimmungsergebnis manipuliert.

Für diese Vorwürfe hat die New York Times gerade neue Details und Belege veröffentlicht. Ich habe die für Corso im Deutschlandfunk eingeordnet.

Artikel der New York Times zum politischen Einfluss

Artikel der New York Times zur Möglichkeit, die Abstimmung zu manipulieren

Verleger und Sender fordern neue KI-Regeln

Presse und Rundfunk fordern faire Rahmenbedingungen für eine vielfältige Informations- und Medienlandschaft im Zeitalter künstlicher Intelligenz. Mit dabei ist der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV). Mit dessen Leiter Politik, Helmut Verdenhalven, habe ich im Deutschlandfunk darüber gesprochen.

Umstrittener Begriff: umstritten

Medien nutzen in Berichten gerne den Begriff „umstritten“, weil sie damit schnell einen Konflikt andeuten können. Aber umstritten sollte in der Demokratie doch eigentlich das meiste sein, warum sollte man den Begriff also für Alltägliches nutzen? Andererseits: Einige Sachen sind in der Demokratie ja eigentlich nicht umstritten, so was wie Menschenrechte zum Beispiel.

Wegen der inflationären Verwendung habe ich mir den Begriff mal für den Sprachcheck „Sagen und Meinen“ im Deutschlandfunk angesehen.

Verdachtsberichterstattung im Fall Ulmen: Wie Medien berichten können

Nachdem der „Spiegel“ am Donnerstag Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes veröffentlicht hatte, blieb es bei anderen Medien lange ruhig. Ich habe im Deutschlandfunk erklärt, warum – und wie die Medien damit umgegangen sind.