Deutschlandfunk plant große Programmreform

Der Deutschlandfunk steht vor einer Programmreform – der größten seit der Gründung des Deutschlandradios vor mehr als 30 Jahren. Heute wurden die Pläne im Hörfunkrat vorgestellt, dem Aufsichtsgremium des Senders, und dessen Mitglieder haben sie diskutiert. Details will das Haus der Öffentlichkeit Anfang Juli vorstellen. Ich habe für den Deutschlandfunk über die Pläne und die Debatte berichtet, danach hat Intendant Stefan Raue dazu Fragen beantwortet.

Google haftet für selbst erstellte KI-Inhalte

Das hat das Landgericht München am vergangenen Freitag entschieden. Es geht um KI-generierte Zusammenfassungen von Nachrichtentexten. Die fallen nicht unter das Suchmaschinenprivileg, demzufolge Google nicht für die Inhalte von Links haftet. Da die KI-Zusammenfassungen aber als Eigenleistung durch Google erstellt wurden, ist das Unternehmen auch dafür verantwortlich, urteilten die Richter. Ich habe das kurz für den Deutschlandfunk zusammengefasst.

Fehler in der Moderation: ZDF korrigiert Sendung online

Das ZDF hat eine Unterlassungserklärung abgegeben, nachdem ihm der US-Unternehmer Elon Musk Lügen vorgeworfen hat. Er stört sich an einer Formulierung in der Sendung „ZDF heute live“ am vergangenen Donnerstag. Zum Beginn der Sendung sagte die Moderatorin:

„Ein brutaler Mordversuch auf offener Straße in Belfast. Jemand filmt, das Video geht viral. Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten. Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk.“

Tatsächlich hatte Musk nicht zur Jagd auf Migranten aufgerufen, sondern lediglich zu Protesten. Musk teilte Beiträge des rechtsextremen britischen Aktivisten Tommy Robinson und des Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Restore UK, Rupert Lowe.

Musk forderte das ZDF über seinen deutschen Anwalt Joachim Steinhöfel dazu auf, eine Unterlassungserklärung abzugeben, was das ZDF tat. Mehr dazu in meinem Beitrag für den Deutschlandfunk.

Deutschlandfunk findet keine KI in Casdorff-Kommentaren

Der Tagesspiegel-Autor Stephan-Andreas Casdorff hat Kommentare für die Zeitung mit KI erstellt. Das hat er gegenüber der Zeitung eingeräumt, habe ich gestern im Deutschlandfunk berichtet.

Casdorff kommentiert ab und an auch im Deutschlandfunk, zuletzt im März 2026. Gegenüber dem Sender hat er versichert, dass seine Meinungsbeiträge für das Programm nicht mit KI erstellt worden seien. Der Deutschlandfunk hat das mittlerweile geprüft und hat keine Anhaltspunkte für Betrug gefunden.

Tagesspiegel macht Betrug mit KI öffentlich

In der Medienbranche wird gerade diskutiert, wo und wie künstliche Intelligenz eingesetzt werden darf. Der Berliner Tagesspiegel hat am Wochenende einen Fall öffentlich gemacht, in dem KI intransparent eingesetzt wurde. Darüber habe ich im Deutschlandfunk berichtet.

Rund-um-die-Uhr-WM: Wie kann man berichten?

Morgen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Kanada, Mexiko und den USA. Auch ARD und ZDF berichten wieder und übertragen 60 Spiele (mit Sublizenzen).

Die WM ist die größte bisher, es gibt 104 Spiele in vier Zeitzonen in drei Ländern mit 16 verschiedenen Anstoßzeiten zwischen 18 Uhr abends unserer Zeit und 6 Uhr morgens. Welche Herausforderungen darin für die Berichterstattung stecken, hat mir der ARD-Teamchef für die Fußball-WM, Harald Dietz, im Deutschlandfunk erzählt.

Dürfen Medien illegale Aufnahmen veröffentlichen?

Das Oberlandesgericht Oldenburg hat eine Aktivistin der Tierrechtsorganisation „Animal Rights Watch“ verurteilt. Wie hoch die Geldstrafe ausfällt, wird separat festgelegt. Die Frau war mit einem anderen Aktivisten in einen Schlachthof in Niedersachsen eingestiegen und hatte Aufnahmen von Schweinen gemacht, die mit CO2 betäubt wurden. Das ist legal, Tierschützer beklagen aber, es sei eine brutale Tierquälerei.

Auch das ARD-Magazin „Plusminus“ hat darüber berichtet. Anders als die Aktivisten selbst darf es die illegal gemachten Bilder aber zeigen. Woher dieser Widerspruch kommt, hat mir der Medienrechtler Roger Mann im Deutschlandfunk erzählt.

Wie Israels Regierung Einfluss auf den ESC nimmt

Weil Israel beim ESC teilnehmen darf, boykottieren in diesem Jahr fünf Sender den Wettbewerb: die aus Spanien, den Niederlanden, Slowenien, Irland und Island. Es geht vor allem um das Vorgehen Israels im Gaza-Streifen, aber auch um Vorwürfe, Israel habe das Abstimmungsergebnis manipuliert.

Für diese Vorwürfe hat die New York Times gerade neue Details und Belege veröffentlicht. Ich habe die für Corso im Deutschlandfunk eingeordnet.

Artikel der New York Times zum politischen Einfluss

Artikel der New York Times zur Möglichkeit, die Abstimmung zu manipulieren

Umstrittener Begriff: umstritten

Medien nutzen in Berichten gerne den Begriff „umstritten“, weil sie damit schnell einen Konflikt andeuten können. Aber umstritten sollte in der Demokratie doch eigentlich das meiste sein, warum sollte man den Begriff also für Alltägliches nutzen? Andererseits: Einige Sachen sind in der Demokratie ja eigentlich nicht umstritten, so was wie Menschenrechte zum Beispiel.

Wegen der inflationären Verwendung habe ich mir den Begriff mal für den Sprachcheck „Sagen und Meinen“ im Deutschlandfunk angesehen.