Nachrichten aus der Zukunft (1): „Bundeskanzler Kretschmann kommt aus dem Trudeln nicht mehr heraus“

Viel zu selten werden Vorhersagen für die Zukunft überprüft – vor allem dann, wenn der vorausgesagte Termin erreicht wurde. Heute stoße ich zufällig auf so eine, aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 5. April 2011. Zwei Tage zuvor war Guido Westerwelle als … und … zurückgetreten, und die FAZ beginnt ihr Märchen aus der Zukunft mit diesen Worten:

Wir schreiben das Jahr 2015. Die grün-schwarz-gelbe Regierung unter Bundeskanzler Kretschmann kommt aus dem Trudeln nicht mehr heraus. Der bayerische Ministerpräsident Guttenberg hat einen Stromausfall auf seinem fränkischen Schloss genutzt, um den sofortigen Wiedereinstieg in die Atomenergienutzung zu fordern. Bundestagspräsidentin Claudia Roth befindet sich im Redestreik, weil der Papst auch bei seinem vierten Berlin-Besuch keine Christopherusplaketten an die Prunkwagenfahrer vom Christopher Street Day ausgeben will.

Damals fanden sie das wahrscheinlich absurd lustig. Dabei ist einiges tatsächlich fast wahr geworden. Nur zwei Jahre später, 2017, wurde über eine grün-schwarz-gelbe Regierung verhandelt – wenn auch ohne Kretschmann. Von Guttenbergs plagiierter Doktorarbeit war noch keine Rede. Und Claudia Roth ist tatsächlich inzwischen Bundestagspräsidentin, wenn auch nur Vize.

Hätte der FAZ-Autor damals so richtig übertreiben wollen, hätte er offenbar noch eins drauflegen müssen.

Journalismus geht nicht ohne Haltung

Wir müssen mal über Haltung im Journalismus reden. Denn was ich dazu in den letzten Wochen an Äußerungen gelesen habe, hat mich ehrlich gesagt verwundert. Viele Kollegen lehnen einen sogenannten „Haltungsjournalismus“ ab. Dabei geht Journalismus ohne Haltung gar nicht.

Journalisten orientieren sich normalerweise an einem Kriterienkatalog (Nachrichtenwert), der Empfehlungen gibt, was meldenswert ist und was nicht. Im Einzelfall liefert dieser aber nur Anhaltspunkte, und es gibt für viele Themen genauso gute Argumente dafür wie dagegen. Es gibt keine einheitliche Definition dieses Katalogs, aber dazu zählen kann man zum Beispiel den Neuigkeitswert einer Nachricht, ihre Relevanz für die Zielgruppe, die räumliche oder emotionale Nähe und Betroffenheit. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Welches Ereignis also zur Nachricht wird und wie, beruht auf Entscheidungen des Journalisten. Er wählt das Ereignis an sich aus. Er wählt aus, welche Aspekte er für wichtig hält. Er wählt aus, welche Äußerungen dazu es in Beitrag oder Artikel schaffen. Er wählt aus, wie er gewichtet. Dafür muss er urteilen, werten – und zwar auch auf Grundlage einer Haltung.

Wenn zum Beispiel ein AfD-Politiker die Verbrechen des Holocaust relativiert, dann berichten wir darüber. Warum? Strafbar ist ja nicht jede Äußerung dieser Art. Trotzdem thematisieren wir sie, nicht nur weil sie Nachrichtenwert hat, sondern weil wir nach moralischen Kategorien bewerten, dass jemand in der öffentlichen Debatte eine Grenze überschritten hat, dass durch solche Äußerungen der demokratische Diskurs beschädigt wird – und damit vielleicht dauerhaft sogar die Demokratie.

Wir legen in so einem Fall also fest, wo diese vage Grenze liegt; das tun wir aus einer Haltung heraus. Ebenfalls eine Haltung ist, dass Menschenrechte nicht relativiert werden dürfen. Dass nicht alles, was erlaubt ist, auch legitim ist (zum Beispiel Steuervermeidung oder wie sich ein Politiker im Amt verhalten sollte). Wir wählen Ereignisse, die wir zu Nachrichten machen, eben auch aus einer Haltung heraus aus.

Haltung ist keine parteipolitische Haltung

Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine parteipolitische Haltung. Es geht darum, dass man sich als Journalist grundlegenden Werten verpflichtet fühlt: etwa den Menschenrechten, der Demokratie im Allgemeinen oder einem Wert wie Pressefreiheit im Besonderen, die Grundlage unserer Arbeit ist.

Die taz verpflichtet sich zum Beispiel in ihrem Redaktionsstatut dem Engagement für eine kritische Öffentlichkeit, dem Eintreten für Menschenrechte und gegen Diskriminierung. ZEIT und ZEIT online haben gerade erst ihre Leitlinien veröffentlicht, die sie sich intern gegeben haben. Darin heißt es unter anderem:

Wir kritisieren unerschrocken, aber scheuen uns auch nicht, für jemanden oder für etwas zu sein. Unser Journalismus hat keine festgelegte Linie, aber einen Standort. Er ist liberal, ideologiekritisch, weltoffen, unverrückbar demokratisch und sozial. Eine nachhaltige und friedliche Entwicklung der Welt ist uns wichtig

Solche Werte sind es, die die Haltung eines Journalisten ausdrücken können. Denn Journalisten sind heute (zumindest außerhalb des schnellen Nachrichtengeschäfts) weniger als früher dazu da, Ereignisse und Meinungsäußerungen einfach nur kontextlos weiterzureichen; sie müssen sie erklären und einordnen. Denn fürs reine Weiterleiten brauchen Politiker heute keine Journalisten mehr, dafür haben sie das Netz.

Im Fall von Donald Trump hat sich das reine Weiterleiten bereits als problematisch erwiesen, findet der US-Journalismusforscher Jay Rosen. Und er sagt auch, dass, wer über Rechtspopulismus einfach nur berichte, Teil von ihm werde. Gerade Journalisten in Deutschland sähen sich wegen des Nationalsozialismus besonders verpflichtet, gegen entsprechende Entwicklungen einzutreten. Auch das ist Haltung.

Was nutzt ein Journalismus, der nicht für genau die Werte eintritt, die ihn garantieren? Ein Journalismus ohne Haltung schafft sich selbst ab.

„Es geht darum, den Leuten Gehirnfutter zu liefern“

Der Deutschlandfunk-Podcast „Der Tag“ wird ein Jahr alt. Direkt nach der Bundestagswahl 2017 ist er gestartet – und damals gab es viel zu besprechen. Kollegin Ann-Kathrin Büüsker hat schon am Sonntag in ihrem Blog besprochen, was sie an ihrem Podcast so toll findet, ich habe gestern ein paar Gedanken dazu ergänzt.

Heute hat sie nochmal im Medienmagazin @mediasres darüber gesprochen – und eine Sache erwähnt, die ich ganz wichtig finde. Es geht darum, dass sich Hörer manchmal beschweren, dass ihnen eine bestimmte Sichtweise von Journalisten aufgedrängt werden soll. „Meinungsjournalismus“ lautet der Vorwurf. Darauf hat Ann-Kathrin geantwortet:

Wir liefern Fakten, wir erklären Zusammenhänge, und auf dieser Basis kommen die Kolleginnen und Kollegen zu Einschätzungen. Diese Einschätzungen muss man ja nicht teilen. (…) Wir machen nur kenntlich, als die auftretenden Korrespondentinnen, wo wir stehen. Niemand ist frei von politischer Haltung, und indem ich klarmache, auf welchen Fakten ich zu meiner Einschätzung komme, mache ich ja transparent, wo ich stehe, und das hat für mich auch was mit Glaubwürdigkeit zu tun.

Es gehe nicht darum, dass sich die Hörer der Meinung anschließen sollen, die sie hören.

Wir wollen klarmachen, wie die Leute zu diesen Einschätzungen kommen, und damit die Gehirne der Menschen antippen. Die müssen nicht mit dem übereinstimmen, was da im Radio gesagt wird. Es geht darum, den Leuten Gehirnfutter zu liefern, das ist unser Job.

Wenn zwei antreten, ist es eine Kampfkandidatur – wenn einer antritt, ist es eine Wahl

Wenn es in der CDU-Bundestagsfraktion am Dienstag um den Vorsitz geht, werden viele Journalisten wieder einen ihrer liebsten Begriffe auspacken: die Kampfkandidatur.

Denn schließlich hat Amtsinhaber Volker Kauder tatsächlich mal einen Gegenkandidaten – zum ersten Mal, seit er 2005 Fraktionsvorsitzender wurde: den Kollegen Ralph Brinkhaus aus Gütersloh. Schon als Brinkhaus seine Kandidatur ankündigte, lauteten die Schlagzeilen entsprechend, zum Beispiel bei tagesschau.de:

Die shz.de schrieb:

Und Focus online:

Und so weiter. „Kampfabstimmung“, „Kampfkandidatur“ – Journalisten lieben das Wort Kampf.

Das klingt dramatisch, unerhört, skandalös. Obwohl es so banal ist: Die Abgeordneten können tatsächlich mal ihr demokratisches Recht wahrnehmen und sich zwischen zwei Kandidaten entscheiden – zum ersten Mal seit 13 Jahren.

Klar, man kann natürlich von Kampfkandidatur schreiben, wenn man den Wettbewerb um einen Posten als demokratischen Kampf um ein Amt sieht. Dass der Begriff nicht wörtlich gemeint ist, ist auch klar. Das Problem ist nur, dass die Journalisten damit eine Dramatik hereinbringen und etwas Unerhörtes mitschwingen lassen: dass sich jemand erdreistet, den Amtsinhaber herauszufordern und ihm womöglich sein Amt wegnehmen könnte.

Was ist eine Kampfkandidatur, was eine Wahl?

Ich verstehe die Kollegen, die auf das Neue aus sind, auf Dramatik, auf Konflikt, auf Personen – so was funktioniert immer gut. Allerdings wird damit ein ganz normaler demokratischer Vorgang unnötig aufgeladen. Schließlich gibt es, legt man diese Logik zugrunde, ständig Kampfkandidaturen: Bei jeder Bundestagswahl treten in allen Wahlkreisen Kandidaten verschiedener Parteien gegeneinander an. All das müssten dann Kampfkandidaturen sein – weil eben nicht nur ein Kandidat gesetzt ist, der dann so oder so das Rennen machen wird.

Aber auch das wäre nicht so schlimm, wenn nicht gleichzeitig ein wesentlich weniger demokratischer Akt als „Wahl“ verbrämt würde – nämlich dann, wenn es nur einen Kandidaten gibt. Wenn Volker Kauder als einziger Kandidat für das Amt des Fraktionsvorsitzenden antritt, soll das eine Wahl sein? Wenn die Abgeordneten nur ihn wählen oder sich stattdessen enthalten oder ungültig wählen oder gar nicht teilnehmen können – das soll eine Wahl sein?

Dass sich Parteien und Fraktionen auf solche Verfahren festlegen, um den Eindruck von Zerstrittenheit zu vermeiden, ist mir natürlich bewusst. Gerade CDU und CSU lieben normalerweise die Geschlossenheit (von Alleingängen Seehofers in den letzten Jahren mal abgesehen), während SPD-Chefin Andrea Nahles eine Gegenkandidatin hatte und besonders bei den Grünen hart um Vorsitz und Spitzenkandidatur gerungen wurde.

Es bleiben genug Aufreger

Journalisten haben natürlich keinen Einfluss auf so etwas – oder etwa doch? Vermeiden Parteien solche echten Wahlen nicht vielleicht auch deswegen, weil sich Journalisten dann mit solchen Begriffen darauf stürzen? Dafür spricht, dass offenbar intern viel versucht wurde, um Ralph Brinkhaus von einer Gegenkandidatur abzubringen. Wohl um genau den Eindruck zu vermeiden, dass sich eine Fraktion aus 246 Abgeordneten mal nicht einig sein könnte.

Etwas Abrüstung täte so oder so gut. Demokratie ist der Streit mit Argumenten um Mehrheiten. Zu allem gibt es Alternativen, zu Themen genauso wie zur Besetzung von Posten. Also lasst uns doch lieber gelassener herangehen. Es bleiben genug Aufregerthemen.

 

Die Überschrift lehnt sich an einen Text von Volker Pispers an.

Journalismus 2018: Die Zeit des Weiterreichens ist vorbei

Bei den Tutzinger Radiotagen vor zwei Wochen kam es an einer Stelle über mich und ich habe mich in einem dreiminütigen Monolog etwas echauffiert darüber, dass Journalismus im digitalen Zeitalter nicht mehr so funktionieren sollte wie früher, das aber viele noch nicht so sehen. Ich will kurz erklären, worum es mir geht.

Auslöser ist die Diskussion über Haltung im Journalismus. Dazu haben sich in den letzten Wochen und Monaten viele Kollegen geäußert – Sascha Lobo war dabei, Georg Restle, Stefan Winterbauer, Froben Homburger, Jay Rosen, Klaus Meier und einige andere. Die Befürworter sagen vereinfacht zusammengefasst, dass Journalisten natürlich eine Haltung haben müssten, wenn sie berichten, und sei es nur, dass sie sich an Werten wie Menschenrechte orientieren. Die Gegner sagen, Journalisten sollten sich damit begnügen, zu berichten, was ist, den Rest würden die Bürger schon selbst hinkriegen.

Das finde ich zum einen sehr kurzsichtig und zum anderen gefährlich. Sehr kurzsichtig, weil Journalisten nicht davon ausgehen sollten, dass ihre Leser, Hörer, Zuschauer alle Hintergründe zu jeder Meldung kennen und sofort einordnen können, in welchem Kontext sich „das Neue“ bewegt, das berichtet wird. Sehr kurzsichtig auch, weil die Journalisten damit zum einen ihre eigene Arbeit zu wenig wertschätzen – nach dem Motto: Warum soll ich mehr berichten als das, was passiert ist? Außerdem ist es arrogant anzunehmen, dass jeder Nutzer dieses Hintergrundwissen hat. Für sehr gefährlich halte ich es, weil die Nutzer sonst nicht in der Lage sind, sich eine fundierte politische Meinung zu bilden, wenn wir ihnen diese Hintergründe verweigern. Nicht-Wissen gefährdet die Demokratie – oder wie es die „Washington Post“ in ihrem Slogan sagt: „Democracy dies in darkness“.

In Tutzing habe ich vor allem dafür plädiert, Journalismus heute nicht mehr ausschließlich als Megaphon für Politiker zu verstehen. Früher erfuhren Bürger fast nichts, wenn Journalisten es ihnen nicht gesagt haben. Sie konnten keine Bundestagsdebatten verfolgen, sie kamen nur schwer in Kontakt mit Abgeordneten, sie waren nicht vor Ort, sie konnten kaum nachfragen und bekamen nur schleppend Antworten.

Dass das heute völlig anders ist (nebenbei m.E. eine Ursache für den Vertrauensverlust bei Teilen der Nutzer), verdanken wir dem Internet und der dadurch bedingten Weiterentwicklung der Medien. Statt nur einmal am Tag können Leser sich bei Zeitungen jederzeit über die aktuelle Lage der Welt informieren, statt linear können sie heute alles auch zeitversetzt konsumieren, dank Facebook und Twitter können sie in Kontakt mit Abgeordneten kommen oder Live-Videos vom Ort des Geschehens schauen, noch bevor Journalisten berichten. Politiker wenden sich über soziale Netzwerke direkt an ihre Anhänger – besonders die AfD macht das erfolgreich.

Einfach weiterreichen ist also keine Aufgabe von Journalisten mehr. Warum einen Tweet nur zitieren, wenn ihn jeder selber lesen kann? Deswegen schließe ich mich voll und ganz DLF-Kollegin Ann-Kathrin Büüsker an, die gerade heute genau das aufgeschrieben hat, was ich noch vorhatte:

Wir als Journalisten dürfen uns nicht zu Sprachrohren von Politiker*innen machen lassen, damit werden wir unserer Aufgabe nicht gerecht und machen uns überflüssig. Denn ihre Botschaften kann eine Politikerin heute viel bequemer über ihre Social-Media-Kanäle ausspielen. Ein kleines Video drehen, ab auf die Plattformen – schon ist die Botschaft in der Welt. Unsere Aufgabe muss es sein, diese Botschaft einzuordnen. Warum sagt sie, was sie sagt? Und stimmt das überhaupt? Wir brauchen keinen „he said, she said“-Journalismus, in dem wir schamlose Lügen und provokante Statements von Populist*innen multiplizieren. Das entspricht nicht nur nicht unserem journalistischen Auftrag, ich halte es letztlich sogar für demokratiegefährdend.

Journalisten sind also heute (zumindest außerhalb des schnellen Nachrichtengeschäfts) weniger als früher dazu da, Ereignisse und Meinungsäußerungen einfach nur kontextlos weiterzureichen; sie müssen sie erklären und einordnen.

Im Fall von Donald Trump hat sich das reine Weiterleiten bereits als problematisch erwiesen, findet der US-Journalismusforscher Jay Rosen. Und er sagt auch, dass, wer über Rechtspopulismus einfach nur berichte, Teil von ihm werde.

Das ist die Gefahr, die Ann-Kathrin andeutet und die auch ich sehe: Wenn Populisten die Reflexe von Journalisten triggern und wir immer wieder darauf anspringen, macht das was mit der öffentlichen Diskussion in der Demokratie: Journalisten geben das Framing von Populisten weiter (trotz Negierung), Debatten verschärfen sich und machen Probleme unlösbarer, die Grenze des Sagbaren verschiebt sich (das Overton Window, siehe Video), grundlegende Menschenrechte werden verletzt (von der Würde des Menschen über die Pressefreiheit bis hin zum Asylrecht).

Demokratische Werte und soziales Miteinander sind ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogen worden. Wenn Journalisten sich daran beteiligen, das zu verschärfen, ist damit nur den Scharfmachern gedient. Deshalb meine Forderung: Die Zeit des (reinen) Weiterreichens (von Informationen) ist vorbei. Ohne Einordnung geht es nicht.

Süchtig nach schneller Belohnung und mehr Selbstwertgefühl

Kinder und Jugendliche seien deutlich häufiger abhängig von Smartphones und Spielen als Erwachsene, sagte der Lübecker Suchtforscher Hans-Jürgen Rumpf im Deutschlandfunk. Im Kampf gegen den Kontrollverlust sei neben den Eltern auch die Industrie gefragt. Für @mediasres habe ich mit Rumpf gesprochen.

Tutzinger Radiotage: Wie Podcasts das Radio beleben

Immer mehr neue Podcasts kommen auf den Markt – von Verlagen, Streaminganbietern und Privatpersonen. Innovative Audio-Formate werden zunehmend außerhalb der Radiosender entwickelt. Die profitieren aber trotzdem davon. Darüber habe ich für @mediasres im Deutschlandfunk berichtet – mit O-Tönen auch von den Tutzinger Radiotagen.

Tutzinger Radiotage: Herausfordernde Zeiten fürs Radio

(Foto: Stefan Fries)

In Tutzing haben Radiomacher aus ganz Deutschland über die Zukunft der Branche diskutiert. Wie umgehen mit Hass, wie mit der AfD und welche sind die Hörgewohnheiten der Zukunft? Ich habe im WDR5-Medienmagazin „Töne, Texte, Bilder“ über die Tagung erzählt.

Tutzinger Radiotage: Die neue Audio-Liebe

Mit den Tutzinger Radiotagen hat sich gestern auch noch „Was mit Medien“ bei Deutschlandfunk Nova beschäftigt. Die Tage wurden nämlich von einem Team namens „Junge Talente“ begleitet. Was sie über die Tagung berichtet haben, findet sich hier.

Und bei „Was mit Medien“ haben sie noch mal ausführlich über die drei Tage in Tutzing berichtet. Dabei werde ich anfangs auch zitiert – als „Die erste Meinung“. Nach einem Vortrag zum Thema Framing habe ich mich nämlich zur Rolle des Journalismus heute geäußert.

In Zeiten, in denen Politiker und Prominente mit empörenden Zitaten die Meinung der Öffentlichkeit steuern, müssen Journalisten gegenhalten. Wir brauchen mehr als Kurzmeldungen, die einfach nur die Aussagen von Politikern durchgeben, ohne sich weiter mit ihnen zu beschäftigen. So darf man zum Beispiel rassistische Beleidigungen nicht einfach wörtlich wiederholen, sondern muss sie auch so benennen, ohne das Narrativ einschleifen zu lassen. „Die Zeit des Weiterreichens ist vorbei.“

Ergänzend hatte Ann-Kathrin Büüsker, Redakteurin und Moderatorin beim Deutschlandfunk, gesagt: Wir müssen weg davon, immer nur zu melden, was jemand in der Politik sagen. Wir müssen stattdessen häufiger sagen, warum jemand etwas sagt.

Das schon mal vorab, demnächst werde ich dazu noch etwas ausführlicher schreiben.