Warum die Tagesschau den Attentäter von Magedeburg nur verpixelt zeigt

Ihren Bericht über das Urteil gegen den Attentäter vom Magdeburger Weihnachtsmarkt hat die Tagesschau mit einem erstaunlich transparenten Einblick begonnen. Dort heißt es auf Bilder des verpixelten Attentäters:

Der Angeklagte wird in diesem Beitrag unkenntlich gemacht. So soll vermieden werden, dass er und seine Tat zur Bühne für Selbstdarstellung werden – in einem der größten Strafprozesse der vergangenen Jahrzehnte.

Journalistinnen und Journalisten sprechen ja selten so offen über ethische Entscheidungen wie diese, deshalb ist es zu begrüßen, dass die Tagesschau das hier gleich zu Anfang transparent macht. Auch die Entscheidung selbst finde ich nachvollziehbar. Sie lässt sich zum Beispiel mit Richtlinie 11.2 des Pressekox begründen, in der es heißt:

Bei der Berichterstattung über Gewalttaten, auch angedrohte, wägt die Presse das Informationsinteresse der Öffentlichkeit gegen die Interessen der Opfer und Betroffenen sorgsam ab. Sie berichtet über diese Vorgänge unabhängig und authentisch, lässt sich aber dabei nicht zum Werkzeug von Kriminellen machen.