Wenn nicht die Meinung interessiert, sondern die Meinung über andere Meinungen

Es gibt Umfragen, die lassen mich ratlos zurück. Der Spiegel fragt zum Beispiel gerade online:

„Video-Assistenten bei Fußballspielen: Schadet die Überprüfung der Beliebtheit des Sports?“

Da weiß man gar nicht, was man antworten soll. Werde ich gefragt, ob der Sport dadurch bei mir unbeliebter wird? Das hätte man direkter machen können. Der Wortlaut legt aber etwas anderes nahe. Demnach werde ich gefragt, ob ich finde, dass der Sport dadurch insgesamt unbeliebter wird. Das heißt, der Spiegel fragt nicht nach meiner Meinung, sondern er fragt mich, wie wohl die Meinung der anderen aussieht.

Das ist natürlich eine beknackte Frage, die weniger Erkenntnis bringt als die von mir zuerst formulierte Deutung der Frage. Außerdem zweifle ich daran, dass den meisten Befragten überhaupt klar ist, welche Frage da beantwortet werden soll – die einen mögen auf die eine Deutung antworten, die anderen auf die andere. Aussagekräftige Ergebnisse bringt solche eine komplizierte Fragestellung nicht. (Mal davon abgesehen, dass sie ohnehin nicht repräsentativ sind.)

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