Presserat veröffentlicht Leitsätze zur neuen Verdachtsberichterstattung

Der Deutsche Presserat hat neue Leitsätze für die Berichterstattung zur Herkunft potentieller Straftäter veröffentlicht. Die neuen Richtlinien sollen Entscheidungshilfen für den Redaktionsalltag sein. Details zur Biographie des Täters dürfen nun häufiger erwähnt werden. Mit dem Thema habe ich mich für @mediasres im Deutschlandfunk beschäftigt.

6 Gedanken zu „Presserat veröffentlicht Leitsätze zur neuen Verdachtsberichterstattung“

  1. Sorry. Es heißt dort: „Mehrere tausend Menschen haben in Köln bei einem Friedensmarsch von Muslimen gegen Gewalt und islamistischen Terror demonstriert.“

    Diverse Quellen sprechen von insgesamt maximal etwa 1000 Teilnehmern. (Die Polizei nannte zu einem früheren Zeitpunkt der Veranstaltung nur ein paar hundert.)

    Es bleibt so oder so ein Beispiel für eine offenkundig absichtliche Falschmeldung (fake news) der dpa. (Zugespitzt für „Lügenpresse“.)
    Die offenbar keinem der dpa-Finanziers und -Kopierer, dazu gehört doch auch der DLF, peinlich ist.
    Dass das nicht vertrauenswürdig wirkt, ist für mich klar.

    1. Der Friedensmarsch war von Muslimen veranstaltet – für Muslime und Freunde. Insofern war der Satz richtig. Sie lesen ihn nur in einer einzigen Lesart, es gibt aber auch eine andere, wenn Sie die Betonung auf „Friedensmarsch von Muslimen“ legen – von ihnen organisiert. Vermutlich hat der dpa-Redakteur/die dpa-Redakteurin deshalb vorne auch „mehrere tausend Menschen“ geschrieben, sonst wäre „mehrere tausend Muslime“ viel einfach zu schreiben gewesen.

      Wenn Sie anderen Falschmeldungen vorwerfen, sollten Sie selbst wenigstens richtig zitieren – können wir uns zumindest darauf einigen?

    2. Ja. Ich habe doch schon sorry geschrieben.
      —–

      Genug der Ablenkung durch Nebensächlichkeiten:
      Was sagen sie zu der eklatant übertriebenen Zahlenangabe der dpa?

  2. Dafür, dass es Nebensächlichkeiten sind, ist Ihnen das aber enorm wichtig.

    Ich kenne keine eigenen Zahlen, insofern kann ich nicht sagen, woher die dpa das hat. Schätzungen von Menschenmengen sind halt schwierig. Aus irgendwelchen Gründen ist das bei der dpa schiefgegangen. Ich glaube nicht, dass Absicht dahintersteckt. Welchen Sinn sollte das haben bei einer öffentlichen Veranstaltung, bei der das nachgeprüft werden kann. Zumal andere Medien andere Zahlen hatten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.