Urheberrecht und Uploadfilter: Keiner profitiert von diesem Gesetz

Noch ist das freie und offene Internet nicht am Ende. Es hängt jetzt davon ab, ob Parlamentarier, Kommission und Staats- und Regierungschefs einsehen, wie stark sie das Netz mit dem neuen Urheberrecht strangulieren würden. Mein Kommentar für den Deutschlandfunk.

Endet journalistische Arbeit am Twitter-Handle?

Seit dem Wochenende beharken sich Bild-Chefredakteur Julian Reichelt und ein paar Kollegen. Ist bei Reichelt nichts Neues und das allein nun keinen Blogpost wert. Interessant ist aber die Frage, um die es geht.

Im Kern lautet sie: Dürfen Journalisten Tweets mit umstrittenem oder sogar falschem Inhalt einfach so retweeten, ohne sie zu kommentieren?

Das ist natürlich keine juristische Frage, sondern eine ethische – oder sagen wir es etwas tiefer gehängt, eine Frage des journalistischen Handwerks. Die von Reichelt anders beantwortet wird als von seinen Gegnern in der Frage.

Es geht natürlich um Donald Trump und diesen Tweet:

Mindestens die Aussage

Crime in Germany is way up

ist ja ausweislich der polizeilichen Kriminalstatistik (mit all ihren Tücken) falsch, weil die Kriminalität auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren ist. Also eine falsche Aussage – oder angesichts des Informationsstandes, die ein Präsident bei solche einer Aussage haben sollte: gelogen. Eine Aussage, die auch Reichelt retweetet hat – was ihm unter anderem die Kollegen vom Bildblog vorwerfen.

Tatsächlich ist das ja eine interessante Frage, die unser grundsätzliches Berufsverständnis betrifft: Leiten wir Botschaften von öffentlichen Akteuren einfach nur weiter oder ordnen wir sie ein?

In unserer täglichen Arbeit in unseren Medien sollte es selbstverständlich sein, dass wir kein reines „He said, she said“ betreiben und gegeneinanderstellen, sondern Aussagen einordnen und aufklären: Stimmt überhaupt, was Politiker A behauptet? Steht die Aussage von Politiker B im Widerspruch zu früheren Aussagen? Welche Position vertritt die Partei von Politiker C im Vergleich zu ihm? Ist die Position von Politiker D im Kreis derjenigen, die entscheiden, mehrheitsfähig? All das kann eine Einordnung sein, ohne dass man damit die ursprüngliche Aussage verfälscht. Aber nur weiterleiten – das ist die Aufgabe von PR-Agenturen und Pressesprechern.

Sollten diese Regeln aber nun auch für Journalisten auf Twitter gelten? Schließlich sind sie ja hier gerne „privat“ unterwegs, wie es in der Twitter-Bio oft heißt. Was natürlich eine Illusion ist, schließlich wird man als öffentliche Person auch in diesem Kontext so wahrgenommen. Und entsprechend twittern die meisten auch: in der Regel beruflich orientiert, mit Verweisen auf eigene Artikel und die von Kollegen, auf Recherche und in Diskussionen miteinander. Natürlich zahlt der Auftritt bei Twitter auch auf die eigene Marke ein.

Insofern ist die Frage nicht unberechtigt, ob man sich auch beim Twittern an journalistische Standards halten sollte. Ich halte es im Sinne der eigenen Glaubwürdigkeit für angebracht und bei manchen Inhalten, die man weiterleitet oder auf die man hinweist, auch notwendig. Mindestens zwangsläufig einseitige Äußerungen wie etwa von Politikern, Unternehmen und NGOs sollte man einordnen, vor allem, wenn sie umstrittenen Inhalts sind. Tweets von Donald Trump gehören unbedingt dazu.

Und der hier gemeinte Tweet mehr als andere, da Trump hier offensichtlich Lügen verbreitet. Wer so etwas unkommentiert retweetet, hilft dabei, diese Lüge weiterzuverbreiten. Wie schädlich sie für den demokratischen Diskurs und letztlich auch die Demokratie sind, ist an anderer Stelle schon ausführlich diskutiert worden.

Nichts anderes besagt die Kritik an Julian Reichelt. Dass er sich von Kritik bereits zensiert fühlt, ist freilich sein Problem. Spannend ist die zugrundeliegende Frage schon.

15 Milliarden D-Mark unter tausenden Tonnen Beton

Logo am Eingang des Bunkers (Foto: Stefan Fries)

In Cochem an der Mosel entstand Anfang der 60er-Jahre ein Bunker, dessen eigentlicher Zweck rund 30 Jahre geheim war. Dort lagerte die Bundesbank eine Ersatzwährung für den Notfall im Wert von 15 Milliarden D-Mark. Heute kann der Bunker besichtigt werden – eine Reise in die Zeit des Kalten Krieges. Mein Beitrag für den Sonntagsspaziergang im Deutschlandfunk – dort zum Nachhören und Nachlesen.

Blick in den Versorgungsturm am Ende der Bunkeranlage (Foto: Stefan Fries)

Das (un)zuverlässige Zitat

Über die Satireaktion der Titanic von Freitag ist schon viel geschrieben worden. Ja, es war Satire. Ja, das Ziel war wohl, aufzudecken, wie unseriös in manchen Redaktionen gearbeitet wird. Ja, das liegt nicht nur an den einzelnen Journalisten, sondern auch an Arbeitsverdichtung und personeller Unterbesetzung. Geschenkt.

Ich finde einen Aspekt entscheidend, der mich gerade noch in anderer Hinsicht beschäftigt: Es geht um das mitgelieferte Zitat, das Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen bei seinem Tweet mitgeliefert hat.

Es kommt nämlich als Bildkachel daher. Eine mittlerweile ziemlich beliebte Form, ein Zitat zu vertwittern – beliebt nicht nur bei Journalisten, sondern auch bei PR- und Presse-Abteilungen. Mehr als das Zitat selbst wird dabei in der Regel nicht mitgeliefert, sondern einfach eine Aussage in die Welt gesetzt, die dann ihre Wirkung entfalten soll.

Versehen mit dem Logo des Hessischen Rundfunks (wenn auch als Fake erkennbar an der nicht existierenden Redaktion „Tagesgeschehen“) verbreitet die Kachel offenbar genug Glaubwürdigkeit, um zumindest ein paar Medien in die Irre zu führen.

Problematisch finde ich die Kacheln eher, weil sie populistische Aussagen unterstützen. Indem einfach besonders knallige, weil prägnante Zitate in die Welt gebracht werden – per Twitter, Facebook usw. – ohne journalistische Einordnung, machen sich Journalisten damit zu nichts anderem als eine Social-Media-Abteilung des Politikers oder der Partei. Doch dazu später mal mehr.

Warum sind die Rechten so hip im Netz?

Darüber hat die österreichische Journalistin Ingrid Brodnig auf der Republica gesprochen. Sie erklärt, warum Hass und Hetze im Netz besonders stark verbreitet sind und warum rechtspopulistische Parteien wie AfD und FPÖ besonders erfolgreich sind.

Brodnig schlägt auch Lösungen vor, wie man Hass und Hetze im Netz begegnen kann. Sie verweist auf die sogenannten Reactions bei Facebook, bei denen man auf „Like“ klicken kann oder auf Emojis wie Wut. Sie fordert, zum Beispiel einen Knopf mit „Respekt“ einzuführen. Damit könne man eine fremde Meinung anerkennen, ohne sie sich zu eigen zu machen. Das verändere die Diskussionskultur. Sie wirft die Frage auf, wie Technik designet sein kann, wenn wir das Beste des Menschen sichtbar machen wollen.

Rechte sind nach Brodnigs Ansicht im Netz besonders fleißig. Die Gegner von Rechtsextremismus vertrauten allerdings sehr oft darauf, dass sich das bessere Argument durchsetzen werde. „Mit Fakten alleine gewinnt man leider keine politischen Diskussionen“, hat Brodnig festgestellt. Selbst wenn man eine emotionale Behauptung mit Fakten konfrontiere und diese Fakten geglaubt würden, wirke das emotionale Narrativ dennoch weiter. Neben Fakten brauche man also auch eine überzeugende Erzählung, die die etablierten Parteien eher nicht lieferten.

Was ist ein Influencer?

Auf der letzten Republica hat sich Sophie Passmann Influencer vorgenommen – also Menschen, die laut Wikipedia

die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommen (Influencer-Marketing).

Passmann räumt ein, dass sie vielen Definitionsmerkmalen entspreche, einem aber nicht: sie mache keine Werbung und kein Marketing mit ihrer Präsenz. Aus ihren Beobachtungen hat sie vier Lektionen gelernt:

Authentizität ist überflüssig.

Es gehe nicht darum, als Influencer sein echtes Leben auszustellen. Auf Authentizität komme es also nicht an.

Coolness ist die Währung.

Wer cool sei, dem verzeihe man auch Fehler.

Der Algorithmus ist King.

Gute Influencer laden Passmann zufolge Fotos immer zur selben Zeit hoch, weil der Algorithmus eine solche Regelmäßigkeit belohne, ebenso wie Interaktionen innerhalb der ersten Stunde. „Influencing ist auch Algorithmus-Nutte sein“, so Passmann.

Integrität ist tot.

Jeder mache Werbung für alles. Wer davon lebe, könne es sich nicht erlauben, jede Werbeanzeige abzuweisen. Die Influencer könnten sich also nicht erlauben, ein Produkt auch mal nicht anzunehmen. Der Kern des Influencing sei kommerziell – nicht politisch, nicht kulturell, nicht unterhaltend usw.

Wer sich den ganzen Vortrag ansehen möchte, hier gibt es ihn:

 

Susanna

Ich habe ja schon mehrmals darauf hingewiesen, wie gut ich es finde, dass die Kollegen vom Deutschlandfunk-Podcast „Der Tag“ immer wieder thematisieren, wie sie über die Themen diskutiert haben, die dann im Podcast vorkommen oder nicht. Aber nicht nur da, sondern auch im Radio.

Das haben sie auch vorige Woche ausführlich in einer Ausgabe gemacht. Am Freitag haben Ann-Kathrin Büüsker und Jasper Barenberg aus der aktuellen Redaktion des Deutschlandfunks auseinandergenommen, warum dieser einzelne Kriminalfall der ermordeten 14-jährigen Susanna aus Mainz Thema im Deutschlandfunk geworden ist – nicht nur im Podcast, sondern auch im Radio.

Ann-Kathrin schreibt dazu:

Wir haben heute intensiv in der Redaktion darüber diskutiert, warum das so ist und warum wir auch die Nationalität des Tatverdächtigen nennen. Einen kleinen Ausschnitt dieser Diskussion versuchen wir im Podcast transparent zu machen.

Sie nehmen dabei auch Bezug auf die journalistisch umstrittene Schlagzeile der Bild-Zeitung, bei der im Titel der Verdächtige schon zum Mörder gemacht wurde, während nur im kleinen Text darunter von einem Verdacht gesprochen wird.

Ein guter Einblick in redaktionelle Diskussionen.

Die Bundesregierung als Fernsehsender

Was darf die Bundesregierung im Netz?

Das Neo Magazin Royale hat sich im März mal angesehen, was die Bundesregierung so alles im Netz macht. Nämlich Rundfunk, wie Jan Böhmermann sagt.

Der Vorwurf: Die Bundesregierung macht ein eigenes Rundfunkangebot – also eine Art Staatsfunk. Während Böhmermann das Thema satirisch aufbereitete, führte es doch zu einer ernsthaften Diskussion bei der Media Convention Berlin Anfang Mai.

Dabei stellte der Medienrechtler Hubertus Gersdorf von der Universität Leipzig in einer Keynote zu Beginn vor, was der Bundesregierung im Rahmen ihrer Öffentlichkeit erlaubt ist und was nicht.

In der anschließenden Diskussion beklagte Nicola Balkenhol, Multimedia-Chefin des Deutschlandradios, dass die Bundesregierung machen dürfe, was den Sendern des Deutschlandradios verboten sei, nämlich zum Beispiel Facebook-Live-Videos. Ein Ansinnen, das Johannes Dimroth vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung anerkannte, zuständig seien aber die Bundesländer. Dimroth verteidigte die Öffentlichkeitsarbeit seines Amtes nicht nur als erlaubt, sondern als gesetzlich erforderlich.

Eine interessante Diskussion über Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus.

 

Offenlegung: Ich arbeite als freier Mitarbeiter für das Deutschlandradio.

Wenn Redaktionen mit freien Mitarbeiter zusammenarbeiten, ergibt das Reibungen

Welche Themen kommen in die Medien? Diese Frage entscheidet sich oft, wenn freie Autoren ihren Redaktionen Ideen vorschlagen. Ein sehr sensibler Prozess, denn unbewusst haben sich fü beide Seiten – die der freien Autoren und die der Redaktionen – Regeln eingespielt, die es zu überwinden gilt. Meinen Beitrag für das WDR5-Medienmagazin Töne, Texte, Bilder gibt es hier zu hören – und nachfolgend zu lesen:


Die Arbeit als freie Autorin für den Hörfunk besteht nicht nur aus Recherche und Texten. Die Autorin muss in der Regel jedes Thema einzeln bei einer Redaktion anbieten – und dazu ein Angebot schreiben: je nach Länge des Beitrags mehr oder weniger viele Sätze, die das Thema interessant machen. Dabei muss sie schon vorher einige Zeit in die Vorrecherche stecken, die ihr nicht bezahlt wird. Ein Redakteur prüft dieses Angebot dann und gibt das Thema in Auftrag – oder auch nicht. Falls nicht, war die Arbeit der Autorin umsonst.

„Also es wird schon genauer hingeschaut, welche Themen man nimmt und welche nicht“

sagt Thomas Korte. Er berichtet seit 28 Jahren für den Hessischen Rundfunk als Regionalkorrespondent aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen. Er findet, dass sich die Zusammenarbeit mit Redaktionen in den letzten Jahren verändert habe, weil weniger Geld da sei für weniger Programm, so dass die Redaktionen sagten:

„Was ist denn wichtig? Emotional, emotional zu berichten, Emotionen der Menschen zu erreichen, also dass, was auf den Fingernägeln brennt, aber möglichst auch Knallerthemen, Themen, wo es um Streit geht, wo Auseinandersetzungen zu spüren sind, wo man merkt, da sind Leute, denen gefällt irgendetwas nicht und die lehnen sich auf.“

Früher seien 90 Prozent der Themen von ihm gekommen, sagt Korte, in zehn Prozent der Fälle hätten ihn Redaktionen mit einer Idee losgeschickt. Heute sei es umgekehrt.

Der feste Redakteur Adrian Feuerbacher schätzt die Zusammenarbeit mit Freien. Er leitet beim Radiosender NDR Info in Hamburg die aktuelle Redaktion:

„Ich würde sagen, dass das ein ganz wichtiges Korrektiv ist. Es ist ein Sicherheitsnetz, dass wir nicht zu sehr im eigenen Saft kochen, sondern immer wieder Impulse von außen bekommen.“

Feuerbacher macht ausschließlich inhaltliche Gründe geltend für Fälle, in denen Themen abgelehnt werden:

„Ich glaube, man muss sich ein bisschen davon lösen, dass das immer was zu tun hat mit ‚Ist uns zu bunt‘ oder ‚Ist uns zu boulevardesk‘ oder ‚Ist uns viel zu schwere Kost‘ oder so. Ganz oft hat das ja auch einfach formale Gründe. Vielleicht haben wir eine Woche davor einen Schwerpunkt gesendet zu eben dem Thema, vielleicht haben wir einfach eine andere Umsetzungsform bereits gefunden, von der wir finden, dass sie diesem Thema gerechter wird.“

Auch der freien Autorin Franziska Walser sind immer wieder Themenvorschläge abgelehnt worden. Sie arbeitet vor allem für das Kulturradio des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Gerade weil der Kulturjournalismus sehr termingetrieben sei und von Theaterpremieren und Ausstellungseröffnungen abhinge, sei es schwierig, darüber hinaus Beiträge zu verkaufen, sagt sie.

„Also diese Mühe mir zu machen, mir Themen auszudenken, die dann überhaupt nicht reinpassen, auch in diese Formate, mach ich mir eigentlich gar nicht mehr.“

Walser beklagt, dass viele Redaktionen zu unflexibel seien, nur in Terminen und in kleinen Kästchen und Formaten dächten. Was thematisch und vom Format her nicht reinpasse, werde abgelehnt. Diese Beobachtung hat Adrian Feuerbacher in seiner Redaktion bei NDR Info nicht gemacht, sagt er.

„Ich würde die These, dass wir freie Mitarbeiter womöglich so ein bisschen dazu erziehen, nur noch ein bestimmtes Themenbouquet anzubieten, die würde ich so auch nicht unterschreiben. Ich glaube, wo wir freien Kolleginnen und Kollegen versuchen zu vermitteln, was für uns besonders reizvoll ist, dass ist die Form, das ist der Denkansatz.“

Walser: „Meine Aufgabe als Freie ist eigentlich, ein Thema irgendwo an der Pforte abzugeben und zu sagen: Hier, ich find das wichtig. Und dann muss das eigentlich innerhalb der Redaktion weiterverteilt werden. Und dann muss jemand auch Verantwortung übernehmen und sagen: Das ist ne gute Autorin, die kenn ich, die macht guten Journalismus, das Thema find ich wichtig. Wo kann’s denn landen? Und ich finde, es ist nicht meine Aufgabe, fünf verschiedene Redaktionen anzurufen und da das rumzureichen.“

Redaktionen sind unterschiedlich offen für solche Themenvorschläge. Manche Redakteure lassen sich auf Diskussionen ein, um ein Thema auf der Grundlage einer Vermutung oder These gemeinsam zu entwickeln. Andere nehmen nur Themen, die die Autorin fertig konzipiert anliefert; hier kann es für diese mitunter anstrengend sein, auch mal neue Sichtweisen unterzubringen – oder etwas mehr Aufwand und auch Geld zu investieren.

Hilfreich ist es, wenn freie Mitarbeiter in redaktionelle Abläufe eingebunden sind. Falls nicht, sagt NDR-Redakteur Feuerbach, müsse man Freien vielleicht erklären, was zum Beispiel hinter neuen Formatideen stecke und welche Chancen, aber auch Erwartungen damit verbunden seien:

„Das, finde ich, ist ein interessanter Gedanke, und da kann ich durchaus sehen, dass wir vielleicht noch ein bisschen Luft nach oben haben.“

Hass – ein schwieriges Wort

Hass – ein starkes Wort, findet @mediasres-Kolumnistin Silke Burmester:

Hass ist der Flüssigkitt der Journalisten. Sie gießen ihn in jede gedankliche Fuge. Bevor sie überlegen, worum es eigentlich geht und was für diesen Umstand das passende Wort wäre, gießen sie das Wort „Hass“ in die Lücke in ihrem Kopf und lassen einen Text herausplumpsen, in dem der Hass herumwirbelt wie einst die Kessler-Zwillinge.

Eigentlich hätte sie ihren Text auch in der sprachkritischen Rubrik des Medienportals Übermedien veröffentlichen können. Sie beschäftigt sich mit Wörtern, die die Gastautoren unpassend finden, übertrieben oder falsch. Problem ist nur der Titel der Rubrik. Sie heißt „Hasswort.“