Die USA kennenlernen: 18 Tage zwischen Washington, Portland und New York

Im April war ich mit dem großartigen Programm der RIAS-Berlin-Kommission beim deutsch-amerikanischen Journalistenaustausch. Während und nach dieser Zeit sind diese Beiträge entstanden:

„House of Cards“ und die Wirklichkeit

Der Nachrichtensender CNN vermischt Fiktion und Wirklichkeit, wenn er so für seine Sendungen zur Präsidentschaftswahl wirbt.

Wahlkampf im Wohnzimmer: Wie Kandidaten in den USA dem Wähler ganz nah kommen

Wer Bürgermeister von Portland werden will, lässt sich auch gerne mal ins heimische Wohnzimmer einladen.

Die amerikanische heute-show mit dem rassistischen Panda

Das Vorbild der ZDF-Sendung. Das Bemerkenswerte an der Show ist de Moderator Trevor Noah – ein Multitalent.

Macht die Lügenpresse Donald Trump groß?

Wie die großen Kabelsender in den USA dem Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bereitwillig lange Sendestrecken gewidmet haben.

Donald Trumps Erfolg: “Was sollten die Medien tun? Sollten sie seine Statements ignorieren?”

Interview mit dem Politikjournalisten Jeff Mapes über die Frage, ob man Donald Trump in der Medienberichterstattung ignorieren kann.

Haben US-Journalisten Wahlkampfhilfe für Donald Trump geleistet?

Donald Trump ist laut und unverschämt. Er ist immer für einen flotten Spruch zu haben, das ist gut für die Quote. Jetzt wird der umstrittene Milliardär wohl der republikanische Präsidentschaftskandidat. Viele Journalisten in den USA fragen sich nun, ob sie Wahlkampfhilfe geleistet haben – ohne es zu merken. In meinem  für das WDR5-Medienmagazin „Töne, Texte, Bilder“ habe ich diesen Aspekt mit den Stimmen mehrerer Journalisten beobachtet.

Zensur: Warum es selbst in den USA keine ganz freie Rede gibt

Wer im öffentlich-rechtlichen Radio in den USA arbeitet, ist auch hin und wieder als Zensor tätig. Denn böse Schimpfwörter on air – das geht gar nicht.

Wer Donald Trump noch verdrängen könnte: 18 Tage mit RIAS in den USA

Mein abschließender Bericht für die RIAS-Berlin-Kommission mit einem Überblick über Besuche, Gespräche und Eindrücke.

Dieser Beitrag ist ursprünglich am 26. Mai 2016 erschienen. Ich habe ihn am 28. Mai aktualisiert und durch den Verweis auf einen neuen Beitrag ergänzt.

Haben US-Journalisten Wahlkampfhilfe für Donald Trump geleistet?

Schriftzug an einem Trump-Building in New York
Schriftzug an einem Trump-Building in New York

Fragen von mir an Journalisten in den USA über das Dilemma, über Donald Trump zu berichten und ihn damit größer zu machen oder es sein zu lassen. Es ist kompliziert.

Donald Trump ist laut und unverschämt. Er ist immer für einen flotten Spruch zu haben, das ist gut für die Quote. Jetzt wird der umstrittene Milliardär wohl der republikanische Präsidentschaftskandidat. Viele Journalisten in den USA fragen sich nun, ob sie Wahlkampfhilfe geleistet haben – ohne es zu merken.

Ein paar Antworten im WDR5-Medienmagazin „Töne, Texte, Bilder“.

Donald Trumps Erfolg: “Was sollten die Medien tun? Sollten sie seine Statements ignorieren?”

Donald Trump am 19. August 2015 (cropped)

Der Vorwahlkampf zu den Präsidentschaftswahlen ist selbst für US-Verhältnisse ungewöhnlich. Seit Jahrzehnten hat es keine so zerstrittenen Parteien und Kandidaten gegeben. Besonders Donald Trump drängt mit abstrusen Behauptungen und Beleidigungen in die Medien. Welche Rolle spielen diese Medien dabei? Wäre Trump ohne sie so erfolgreich wie er es zu sein scheint?

Darüber habe ich mit dem Politikjournalisten Jeff Mapes (@jeffmapes) vom öffentlichen Radiosender OPB in Portland (Oregon) gesprochen. Er findet, Journalisten kämen an Trump nicht vorbei, auch wenn er wisse, wie er sich ihrer bedienen könne.

Inwiefern unterscheiden sich diese Vorwahlen von anderen?

 Zum ersten insofern, als dass sie länger dauern. Die Republikaner hatten die Regeln für diese Vorwahlen geändert, weil sie gehofft haben, dass sie ihren Kandidaten früher auswählen könnten und mehr Zeit für den eigentlichen Wahlkampf haben würden. Aber es hat nicht funktioniert. Jetzt dauert es nicht nur länger, sondern es ist sogar so außergewöhnlich, dass Donald Trump, diese Figur aus der Unterhaltungs- und Wirtschaftswelt, die Republikanische Partei sozusagen feindlich übernommen hat. Es gibt wenige führende Mitglieder bei den Republikanern, die ihn als ihren Kandidaten ausgewählt hätten.

Das war eine sehr ungewöhnliche Geschichte. Die Kandidaten, von denen erwartet wurde, dass sie starke Kandidaten sind, waren es nicht. Ich glaube nicht, dass jemand davon ausgegangen ist, dass Ted Cruz, John Kasich und Donald Trump die letzten drei Kandidaten im Rennen sein würden. Und es gibt die Möglichkeit, dass keiner von ihnen eine Mehrheit haben wird vor dem Parteitag in Cleveland. Und das hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben. Und das ist eine Art Schock für das Verfahren.

Haben Sie eine Erklärung für den Erfolg von Donald Trump?

Die Erklärungen dafür lagen so oft daneben. Es gab so viele Vorhersagen, dass die Leute eher müde von diesem Zirkusartisten würden und er nicht die ganzen Vorwahlen durchhalten würde. Sein Reiz wurde wirklich verkannt. (…)

Es besteht kein Zweifel, dass er die Sorgen eines bestimmten Teils der Amerikaner aufgenommen hat, ähnlich wie die rechten nationalistischen Parteien, die Sie in Europa haben.

Sehr besorgt über die Einwanderung. Dieses Gefühl, das besonders weiße Amerikaner aus der Arbeiterklasse haben, dass sie in der globalen Wirtschaft sozusagen zurückgelassen wurden, dass sie sich seit der Wirtschaftskrise 2008 nicht erholt haben, dass die politische und wirtschaftliche Klasse sich nicht für sie einsetzt. Und Trump nimmt viele dieser Sorgen ernst.

Jeff Mapes berichtet für OPB in Portland über politische Themen, darunter auch den Präsidentschaftswahlkampf (Foto: Bradley Parks)
Jeff Mapes berichtet für OPB in Portland über politische Themen, darunter auch den Präsidentschaftswahlkampf (Foto: Bradley Parks)

Ist er eine Art Medienphänomen?

Das ist ein großer Faktor dafür, dass er so viele Wähler erreicht. Absolut richtig. Er ist sehr geschickt darin, die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen. Er hat viel von seiner Reality-Show gelernt. (…) Das hat ihn zu einer Art nationaler Figur gemacht. Und er hat viel darüber gelernt, wie man Dramen und Konflikte konstruiert. Jahrelang hat er sich beim Wrestling engagiert, das damals sehr populär war. (…) Auch dort hat er viel darüber gelernt, wie man eine Menge fesseln kann. Darin ist er sehr gut. Und ich kann Ihnen nicht sagen, wieviele Leute mir gesagt haben: Ich kann meine Augen nicht von Trump wenden, auch wenn sie ihn nicht leiden. Er fasziniert die Leute.

Wie ein Autounfall.

Von diesem Vergleich habe ich gehört.

Die Leute sagen: Er ist wie ein Autounfall, ich kann nicht wegschauen.

Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Trumps Erfolg und der Art und Weise, wie Medien über ihn berichten?

Wahrscheinlich kann man sagen, wenn die Medien nicht über ihn berichten würden, würde ihn dann überhaupt jemand kennen? Aber: Wie Wie könnte man darauf verzichten? Sie haben einen, der der Spitzenreiter bei den Republikanern ist.

Aber wäre er das denn, wenn die Medien nicht…

…nicht was?

Das ist die Frage.

Was sollten die Medien tun? Sollten sie seine Statements ignorieren? Viele Medien haben viel Zeit darauf verwendet, zu sagen: Das stimmt nicht, was er sagt. Oder: Das hier stimmt.

Zur gleichen Zeit sind die Medien nicht mehr die Gatekeeper, die sie einmal waren.

Mit dem Internet haben die Menschen heute viele direkte Informationsquellen. Twitter hat Millionen Follower, Facebook auch, es gibt Blogs. Es gibt Menschen, die keine Mainstreammedien sind, aber die gefällige Stories über Donald Trump schreiben. Und wenn sie populär sind, können sie viele Follower bei Facebook oder YouTube bekommen. Trumps Kundgebungen sind gesammelt bei YouTube und werden oft angesehen. Es gibt viele Wege, seine Botschaft zu verbreiten, ohne sich fragen zu müssen: Kümmern sich die Washington Post oder die New York Times um mich?

Es hat viele Diskussionen über die Cable Networks gegeben, besonders über die großen – Fox, CNN und MSNBC – inwiefern sie Trump zu viel Sendezeit widmen. Ihn in Interviews reden und reden und reden zu lassen. Nach mehreren Vorwahlen haben sie Donald Trumps Pressekonferenzen in voller Länge gezeigt, aber nicht die von anderen Kandidaten. Man kann sich also über redaktionelle Entscheidungen beklagen. Das sind Nachrichtensender.

Zu einem großen Teil schreiben und reden sie darüber, was die Leute gerne hören wollen.

 

Das Interview im englischen Original zum Nachhören:

Macht die Lügenpresse Donald Trump groß?

Ich weiß nicht, wie sich diejenigen, die sich in Deutschland mit dem Schlachtruf „Lügenpresse“ jeden Montag oder Mittwoch die Stimme ruinieren, noch steigern könnten, würden sie sich die Situation in den USA anschauen.

Dort kümmert sich zum Beispiel der Sender FoxNews seit Jahren mit einer eigenen Agenda dafür, dass Fakten ignoriert, politische Gegner absichtlich missverstanden und Meinungen falsch gedeutet werden. Seit der US-Milliardär Donald Trump Präsident werden will, steht ihm Fox treu zur Seite. Aber auch vorher schon gefiel den Fernsehmachern dessen Agenda.

Die US-Organisation Media matters kümmert sich seit 2004 darum, die Berichterstattung konservativer Medien zu überwachen, zu analysieren und zu korrigieren:

news or commentary that is not accurate, reliable, or credible and that forwards the conservative agenda – every day, in real time.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Media matters tendenziell im gegenüberliegenden politischen Spektrum angesiedelt ist. Wer sich ihre Berichte auf der Webseite und dem dazugehörigen Youtube-Kanal ansieht, stößt auf eine bizarre Aneinanderreihung republikanischer Parteinahme – etwa, dass sechs große Nachrichtenprogramme Donald Trump allein im März 2016 insgesamt mehr als 13 Stunden Sendezeit eingeräumt haben. Und zwar nicht der Berichterstattung über ihn, sondern Interviews mit ihm. Laut New York Times soll diese Sendezeit für Trump den Gegenwert von 2 Milliarden Dollar haben. In einer anderen Untersuchung heißt es, dass Donald Trump von allen Präsidentschaftskandidatenkandidaten die meisten Auftritte in den fünf wichtigen Sonntagstalkshows bekommt.

Ein zweischneidiges Schwert für Journalisten. Einerseits verspricht Donald Trump mit seinen teils kruden Ansichten Aufmerksamkeit der Leser, Hörer und Zuschauer. Andererseits weiß er die Medien damit auch gut für sich zu nutzen, denn abweichende Meinungen und verletzende Äußerungen werden auf diese Weise weit verbreitet. Ohne Medien hätte Trump möglicherweise weniger Erfolg.

Viele Journalisten, mit denen wir in den USA gesprochen haben, halten den Einfluss von Journalisten auf Trumps Erfolg allerdings für überschätzt. Trump habe zum Beispiel durch seinen Twitter-Kanal praktisch unbegrenzt Zugang zur Öffentlichkeit und sei auf die klassischen Medien nicht angewiesen. Außerdem stünden viele seiner Anhänger so fest zu ihm, dass sie sich auch durch die Berichterstattung von Medien nicht beeinflussen ließen.

So schätzt es zum Beispiel der Politikreporter Jeff Mapes vom öffentlichen Radiosender OPB in Portland (Oregon) (@jeffmapes) ein. Er sagte mir im Interview:

At the same time the media is not as much as a gate keeper as it’s used to be. With the internet now people have a lot of direct sources to information. Twitter has millions of followers, Facebook, blogs. If there are people who are not mainstream media sources, they may post favourable stories about Trump. And if they are popular they can get a huge following over Facebook or YouTube.

Mapes hält es aber auch für unvermeidbar, über Trump zu berichten:

Lesetipp: In den USA werden die aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten fortwährend von Journalisten begleitet. Der Kollege Korbinian Frenzel von Deutschlandradio Kultur, der auch bei der RIAS-Reise dabei ist, hat die ABC-Journalistin Arlette Saenz gefragt, wie sie den demokratischen Kandidaten Bernie Sanders einschätzt.

Wahlkampf im Wohnzimmer: Wie Kandidaten in den USA dem Wähler ganz nah kommen

Im Präsidentschaftswahlkampf in den USA ziehen die Spitzenkandidaten zehntausende Menschen zu ihren Auftritten. Donald Trump, Ted Cruz und John Kasich bei den Republikanern genauso wie Hillary Clinton und Bernie Sanders bei den Demokraten.

Jules Bailey bei einer "house party" in Portland.
Jules Bailey bei einer „house party“ in Portland.

Auch Jules Bailey will was werden (hier seine Webseite, hier der Eintrag über ihn bei Wikipedia). Er steht allerdings an diesem Donnerstagnachmittag nur vor sieben Damen mittleren Alters. Eingeladen hat Leslie, gekommen sind Freundinnen und Nachbarn. Leslie will ihnen Jules Bailey vorstellen – und der will Bürgermeister von Portland werden, einer liberalen Großstadt im Nordwesten der USA, im Bundesstaat Oregon.

Bailey ist 36, trägt einen schwarzen Dreitagebart, Anzug und ein gestreiftes Hemd. Die Krawatte, die er noch am Morgen für einen offiziellen Termin trug, hat er nach Rücksprache mit seiner Wahlkampfmanagerin abgelegt. Bailey ist smart und weiß, wie man Menschen für sich einnehmen kann. Mehr als eine Stunde widmet er diesen nur sieben möglichen Wählern, dafür ist er fünf Meilen hinausgefahren zu diesem Landhaus in einem vornehmen Vorort von Portland.

Er erzählt, warum er Bürgermeister werden will, was seine Frau dazu gesagt hat, welche politischen Stationen er hinter sich hat und was ihm für Portland vorschwebt. Damit verfolgt er drei Ziele: Zum einen möchte er die Stimmen der Sieben gewinnen. Wichtiger aber sind Punkt zwei und drei: Diese sieben sollen für ihn werben, aus persönlicher Anschauung und mit Überzeugung, weil sie – anders als bei Wahlen auf Bundesebene – ihn kennengelernt haben und ihm Fragen stellen durften. Und Bailey hofft auf Spenden. Wenn jede der sieben die 250 Dollar gibt, die er pro Spender annimmt, hätte er hier draußen 1.750 Dollar gemacht. Als Stundenlohn nicht schlecht.

Logo von Jules Baileys Wahlkampagne
Logo von Jules Baileys Wahlkampagne

Es ist eine ungewöhnliche Art, Wahlkampf zu betreiben. Aber für Bailey könnte sie sich auszahlen. Mehrere Dutzend solcher Hauspartys gibt er im Laufe seines Wahlkampfs, meistens kommen mehr als an diesem Nachmittag, und regulär finden diese Partys am Abend statt, nach Feierabend und bevor die Leute zu sich nach Hause fahren.

Die Radioreporterin Amelia Templeton bekam einen Einblick in diese Arbeit, und ich durfte sie dabei begleiten. Templeton arbeitet für OPB, den öffentlich-rechtlichen Radiosender in Portland im US-Bundesstaat Oregon. OPB steht für Oregon Public Broadcasting. Dort stehen demnächst gleich mehrere Wahlen an. Neben dem Bürgermeister von Portland wird bald auch der Gouverneur von Oregon neu gewählt – und im November freilich auch der neue US-Präsident.

Viel zu tun also für Templeton und ihre Kollegen. Dort ist es üblich, dass Reporter Kandidaten an manchen Tagen auf Schritt und Tritt folgen – „to shadow“, wie es im Englischen mehrdeutig heißt. Besonders die Präsidentschaftskandidaten werden monatelang journalistisch begleitet, wie ABC-News-Reporterin Arlette Saenz erzählte. Mehr dazu bei Korbinian Frenzel.

„House of Cards“ und die Wirklichkeit

Was ist Fiktion, was ist Wirklichkeit? CNN versucht, vom Erfolg von "House of Cards" zu profitieren.
Was ist Fiktion, was ist Wirklichkeit? CNN versucht, vom Erfolg von „House of Cards“ zu profitieren.

Macht CNN jetzt auch in Fernsehserien? Plakate in Washington D.C. geben das vor: eine weitere Serie der „House of Cards“-Produzenten Kevin Spacey und Dana Brunetti. Titel: „Race for the White House“.

Selbst der Nachrichtensender CNN vermischt Fiktion und Wirklichkeit, wenn er so für seine Sendungen zur Präsidentschaftswahl 2016 wirbt. Auf der Seite tritt Spacey praktisch als Wahlkampfexperte auf, wenn er sich dazu äußert, ob das Jahr 2016 wirklich so außergewöhnlich ist. Wer die vierte Staffel „House of Cards“ sieht, deren deutsche Fassung gerade bei Sky läuft, deren US-Originalfassung aber schon komplett verfügbar ist, stößt immer wieder auf frappierende Vermischungen der Campaigns 2016 und Fiktion – was schon damit beginnt, dass Kevin Spaceys US-Präsident Frank Underwood genau bei jenen Präsidentschaftswahlen 2016 antritt.

Hier in Washington ist der Wahlkampf jedenfalls allgegenwärtig. Zusammen mit zehn anderen Journalisten aus den USA nehme ich am Journalistenaustausch der RIAS-Berlin-Kommission teil. Nachdem der „Rundfunk im amerikanischen Sektor“ sein Programm Anfang der 90er Jahre eingestellt hatte, weil er seine Mission erfüllt hatte, die DDR-Bürger mit unabhängigen Informationen zu versorgen, werden jährlich deutsche Journalisten in die USA geschickt, um mehr über das politische System und die Medien dort zu erfahren, und US-Journalisten lernen die deutsche Seite kennen.

In den nächsten Tagen erscheinen zu Begegnungen und Erfahrungen hier nach und nach einzelne Beiträge. Denn auch wenn Kevin Spacey es bestreitet und auf das Jahr 1968 verweist: Ungewöhnlich ist dieser Wahlkampf allemal. Aber das Ende der USA, wie wir sie kennen, ist diese Wahl nicht – auch nicht mit einem Präsidenten Donald Trump. Davon geben sich hier jedenfalls die meisten unserer Gesprächspartner überzeugt. Die wenigsten glauben allerdings, dass es überhaupt so weit kommen wird.