Verzögertes Klickwunder bei der Mittelbayerischen

Auf der Online-Seite der Mittelbayerischen Zeitung explodierten erst spät die Zugriffszahlen zu einem Beitrag aus dem Jahr 2014: „Merkel: Rente reicht nicht für alle“. Redakteur Sebastian Heinrich hat recherchiert, woher die neuen Zugriffe nach so langer Zeit kommen. Er hält einen Zusammenhang zur Debatte um Flüchtlinge für wahrscheinlich. In @mediasres im Deutschlandfunk hat er mir von seinen Recherchen erzählt.

Presserat beanstandet Online-Umfrage

Umfragen sind äußerst beliebt bei Journalisten. Viele Redaktionen starten gerne eigene im Internet. Besonders aussagekräftig sind die Ergebnisse aber nicht und gefährden damit die journalistische Glaubwürdigkeit. Der Presserat hat jetzt eine manipulierbare Online-Umfrage des Münchner Merkurs beanstandet, wie ich für @mediasres im Deutschlandfunk berichtet habe.

Pressegroßhandel: „Freier Markteintritt ist gewährleistet“

Seit heute gelten neue finanzielle Rahmenbedingungen für den Pressevertrieb. Die Handelsspannen aller gut verkaufenden Titel wurden deutlich abgesenkt. Darüber habe ich in @mediasres im Deutschlandfunk mit Kai Christian Albrecht gesprochen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Presse-Grosso. Er sagte: „Unser System ist hocheffizient“.

„Pastewka“ unter Schleichwerbeverdacht: „Sie können gar nicht an Mediamarkt vorbeigucken“

In der neuen Staffel der Serie „Pastewka“ sind bekannte Marken groß ins Bild gesetzt. Das ruft die Medienaufseher auf den Plan: Sie gehen dem Verdacht der Schleichwerbung nach. Doch noch ist unklar, wer den Anbieter Amazon Prime überhaupt beaufsichtigt. Darüber habe ich für @mediasres im Deutschlandfunk berichtet.

Google will Adblocker verhindern – mit einem Adblocker

Google will über seinen Browser Chrome künftig besonders aufdringliche Werbung blockieren. Das klingt widersprüchlich, verdient das Unternehmen doch sein Geld mit Werbung. Doch das Interesse von Google ist ein anderes, sagte mir Medienjournalist Leif Pellikan vom Branchenmagazin „Werben und Verkaufen“ in @mediasres im Deutschlandfunk: Der Konzern fürchte um sein Geschäftsmodell.

Wie die FAZ Äpfel mit Birnen vergleicht

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat tatsächlich ein bisschen auf die Kritik reagiert, ideologische Kampfbegriffe wie „Staatsfunk“ und „Zwangsgebühr“ im Zusammenhang mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht mehr zu benutzen. Ich jedenfalls lese sie in letzter Zeit kaum noch. Ich weiß nicht, ob ein Lob für eine solche Selbstverständlichkeit schon angemessen ist.

Allerdings sind die Artikel durchaus weiter tendenziös, wie sich nicht nur gestern mal wieder gezeigt hat. Auch schon am Mittwoch erweckte Medienredakteur Michael Hanfeld nämlich den Eindruck, der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm fordere unverschämt viel Geld für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Eine berechtigte Kritik, allerdings nicht mit falschen Zahlen. Hanfeld schrieb unter Bezugnahme auf eine Verschlankung der Struktur von ARD und ZDF:

Das dürfte auch nötig sein, wollen die Ministerpräsidenten erreichen, dass es nicht 2021 zu einer massiven Beitragserhöhung kommt. Käme diese nicht, sagte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm unlängst, würden dem Sendeverbund „kurzfristig drei Milliarden Euro“ fehlen, die man im Programm einsparen müsse. Diese Rechnung ist angesichts von Beitragseinnahmen von rund acht Milliarden Euro pro Jahr und Gesamteinnahmen von etwa neun Milliarden Euro pro anno erstaunlich (der Privatsenderverband VPRT hat für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für das Jahr 2016 sogar Gesamteinnahmen von 9,7 Milliarden Euro errechnet).

Die drei Milliarden, von denen Wilhelm sprach, beziehen sich auf eine vierjährige Gebührenperiode, Hanfeld stellt dem allerdings die Einnahmen aus einem Jahr gegenüber. Drei Milliarden im Vergleich zu acht bzw. neun Milliarden wirken natürlich viel mächtiger als 750 Millionen Euro pro Jahr gegenüber den acht bzw. neun Milliarden. Das ist mindestens tendenziös. Was angesichts anderer Beiträge zum Thema nicht verwundert.

 

Anmerkung: In Vorbereitung auf die Datenschutzgrundverordnung habe ich Widgets, die sich ursprünglich im Text befanden, entfernt und sie teilweise durch Links ersetzt.

„Man darf ein Werk nicht deshalb ablehnen, weil sein Schöpfer womöglich ein Schwein war“

Angesichts der Vorwürfe gegen Fernsehregisseur Dieter Wedel ist die Frage aufgekommen, ob seine Produktionen noch gezeigt werden sollten? Der Regisseur Simon Verhoeven findet: nein. Die Fernsehkritikerin Barbara Sichtermann plädiert aber dafür, Werk und Künstler getrennt voneinander zu betrachten. Darüber habe ich mit ihr für @mediasres im Deutschlandfunk gesprochen.